Der Kampf um jeden Internet-Kunden wird in Deutschland immer heftiger geführt. Die
Deutsche Telekom versucht mit
vergleichender Werbung Kunden der Hansenet-DSL-Marke
Alice zu einem Wechsel zum magentafarbenen Konzern zu bewegen. Doch nicht nur DSL-Provider behaken sich gegenseitig. Auch unter den Kabelnetzbetreibern herrschen rauhe Sitten.
Einstweilige Verfügung
Der in Ostdeutschland, Mainz, Aachen und Osnabrück tätige Kabelnetzbetreiber
Primacom erklärte in einer Mitteilung, dass das Unternehmen vor dem Landgericht Berlin eine einstweilige Verfügung gegen den Konkurrenten
Kabel Deutschland erwirkt habe. Nach Angaben von Primacom habe Kabel Deutschland versucht, mit unwahren Behauptungen über Primacom neue Kunden zu gewinnen. Falsche Angaben sollen über die Kabelversorgung und die Produkte von Primacom gemacht worden sein.
Drohung mit Sperrung des Kabelanschlusses
Ohne Rechtsgrundlage habe Kabel Deutschland angeblich sogar mit Sperrungen des Kabelanschlusses gedroht. Nach Verfügung des Landgerichtes Berlin dürfe Kabel Deutschland nicht mit Dienstleistungen werben, zu denen sie weder rechtlich noch technisch in der Lage seien. Sollte Kabel Deutschland weiterhin auf die beanstandete Art und Weise werben, droht ein Ordnungsgeld in Höhe von bis zu 250.000 Euro.
"Wir freuen uns auch im Interesse unserer Kunden, dass die unanständigen Werbeversuche und falschen Behauptungen der KDG jetzt vom Landgericht Berlin gestoppt worden sind", sagt Thomas Chojnacki, Sprecher der PrimaCom AG. Durch die Gerichtsentscheidung sei nun Klarheit geschaffen worden. Primacom strebe weiter einen Ausbau der eigenen Marktposition an. Derzeit werden rund eine Million Kunden über das Primacom-Kabelnetz versorgt.
Primacom weist darauf hin, dass bereits 2004 und 2005 einstweilige Verfügungen wegen rechtswidriger Werbemethoden gegen Kabel Deutschland ergangen waren. Kabel Deutschland gab bisher noch keine Stellungnahme zu den Vorwürfen ab.