Die Briten können ein Lied davon singen: immer wieder werden dort skandalöse Fälle von Datenverlusten oder -missbrauch bekannt. In den vergangenen zehn Jahren sind dort mehr als
1000 Laptops aus Ministerien und Verwaltungsbüros verschwunden: verloren gegangen oder gestohlen. Die Daten von hunderttausenden Menschen fanden sich teils bei Internet-Auktionen wieder. Doch auch in Deutschland herrscht, nicht erst seit dem aktuellen
Telekom-Skandal oder den nun bekannt gewordenen
Sicherheitslücken bei T-Mobile Unbehagen über die Sicherheit der eigenen Daten. Doch wie gehen deutsche Unternehmen bei einem möglichen Datenmissbrauch vor?
Mehrheit gegen Veröffentlichung
Das Unternehmen Clearswift, Spezialist für Content Filtering- und Security-Lösungen, hat 146 deutsche IT-Entscheider zu ihrem Umgang mit Datenschutzproblemen befragt. Rund 75 Prozent der Befragten befürchten einen Imageschaden für ihr Unternehmen, wenn ein solcher Vorfall publik gemacht würde. Daher sprachen sich auch nur 11 Prozent der IT-Manager für eine Informierung der Öffentlichkeit aus.
Auch die Polizei oder die zuständigen Behörden würden nur rund ein Drittel der Manager in Kenntnis setzen. Stattdessen wollten die Unternehmen ihre Kunden direkt informieren. Sollte eine gesetzliche Meldepflicht für Datenschutzverstöße eingeführt werden, so würde dies nur von knapp einem Drittel begrüßt werden. Gerechnet wird mit einem Reputationsverlust und höheren Kosten. Ein Viertel der Befragten rechnet mit Kostensteigerungen von fünf bis zehn Prozent, wenn ein Unternehmen mit einem Datenschutzmissbrauch in die Schlagzeilen gelangt.
Datenverlust durch E-Mails und mobile Datenträger
Ein Viertel der Datenverlustfälle wird auf das Versenden von Daten per E-Mail zurückgeführt. Rund 7,5 Prozent der IT-Manager verzeichnete in den letzten anderthalb Jahren mindestens einen Fall von Datenverlust. 87,5 Prozent gaben an, dass Daten verloren gingen, die auf mobilen Geräten wie CDs, USB-Sticks, MP3-Playern oder Laptops gespeichert waren. Nur ein Fünftel der Manager gab an, entsprechende Schutzmaßnahmen in ihren Unternehmen eingerichtet zu haben.