Aktuelle Gegebenheiten wie der
Überwachungsskandal bei der Telekom und das umstrittene Gesetz zur
Vorratsdatenspeicherung führen dazu, dass viele Journalisten und Internetnutzer
Angst um ihre Daten haben. Die German Privacy Foundation hat im Zuge der Datenspionage nun einen Dienst veröffentlicht, mit dem sich Nachrichten anonym, verschlüsselt und unprotokolliert verschicken lassen.
Vor allem für Publizierende
Der in Kooperation mit dem Berliner Datenschutzbeauftragten Alexander Dix vorgestellte Service namens
PrivacyBox soll Journalisten und Informanten sowie Bloggern die Möglichkeit geben, ohne Protokollierung von Zeit und Daten untereinander Nachrichten mit Anhängen von bis zu 600 Kilobyte zu versenden. Burkhard Schröder, Journalist und Vorstandsvorsitzender der German Privacy Foundation, erklärte, dass es ab jetzt nicht mehr möglich sei, einen Whistleblower (Hinweisgeber) oder Informanten der Medien zu identifizieren, auch wenn dessen Unternehmen versuche, ihn auszuspionieren. Zwar sei man ab Januar 2009 gesetzlich verpflichtet, die Rechner-Adressen der Nutzer zu speichern, es sei jedoch möglich, die IP-Adresse zu anonymisieren, sagte der Informatiker Karsten Neß.
Auf der Website heißt es dazu: "Wir können unsere Unterstützung anbieten. Das Konzept zur sicheren Speicherung und die Reglung des Zugriffs auf diese Daten werden wir vorstellen, wenn es soweit kommen sollte." Der Programmcode von PrivacyBox ist quelloffen sowie kostenlos und steht auf Nachfrage auch anderen Interessierten offen. Technische Vorkenntnisse seien für die Nutzung nicht erforderlich. Die Registrierung erfolgt per Wahl eines Pseudonyms und Passwortes, die Angabe einer Kontaktadresse ist freiwillig. Um eine hohe Anonymität zu gewährleisten, empfehlen die Betreiber JAP Anon Proxy oder TOR Onion Router als Anonymisierungsdienst.
Beispielhafte Nachrichtenseite von PrivacyBox. Screenshot: onlinekosten.de