Die Pläne der EU, eine Preisobergrenze für das Daten-Roaming
zu verordnen, sieht Scheer kritisch: "Man muss den Netzbetreibern und Providern die Freiheit lassen, ihren Kunden unterschiedliche maßgeschneiderte Tarifmodelle anzubieten. Die Kosten sinken auch ohne einen Eingriff der EU drastisch." Im laufenden Jahr soll der europäische Markt für mobile Datendienste um insgesamt elf Prozent auf 31 Milliarden Euro zulegen, wie die Experten des Marktforschungsprojekts Eito prognostizieren.
Tipps: Online im Urlaub
Darüber hinaus hält der Verband noch ein paar Tipps bereit, wie die Nutzer international online gehen können und was sie auf Reisen beachten sollten. Zunächst sollten sich die Kunden über den im jeweiligen Urlaubsland gültigen Roaming-Tarif informieren. Da viele Anbieter mit ausländischen Partnernetzen zusammenarbeiten, in denen die Tarife vergleichsweise niedrig sind, könne es sich lohnen, die automatische Netzwahl im Handy abzuschalten und das Netz manuell zu bestimmen. Bei Prepaid-Karten kann es allerdings Einschränkungen geben.
Weiter gibt Bitkom an, dass die Kundschaft auch zu separaten Spezialtarifen mit Abrechnung pro MB oder einem Pauschalpreis greifen kann, falls das Internet oft genutzt wird. Als Alternative für Langzeitreisende schlägt der Verband eine ausländische Prepaid-Karte auf Guthabenbasis vor – in einzelnen Ländern gebe es außerdem sogar Flatrates für Prepaid-Kunden.
Wer mit einem WLAN-Handy oder einem Laptop verreist, sollte im Hotel nach einem Hotspot fragen. Zusätzlich sollten die Urlauber die technischen Gegebenheiten abklären. Zwar gibt es in mehr als 200 Ländern Handynetze nach dem europäischen
GSM-Standard, in Japan, Südkorea, Nord- und Südamerika sowie auf einigen Karibik-Inseln ist dies jedoch nicht der Fall. Amerika-Urlaubern, die ohnehin ein neues Mobiltelefon benötigen, empfiehlt Bitkom ein Triband- oder Quadband-Gerät.
Als fünften Tipp liefern die Experten die Nutzung von Handy-optimierten Websites, da nicht nur die Darstellung schneller und besser sei, sondern vor allem die übertragene Datenmenge und somit die Kosten geringer ausfallen. Zu guter Letzt wird geraten, E-Mails entweder per E-Mail-Dienst mit POP3 über das Handy abzurufen oder das Mobiltelefon per Infrarot- oder Bluetooth-Schnittstelle als Modem für ein Notebook zu nutzen.