Wer zeigt ab der Saison 2009/2010 in welcher Form die Fußball Bundesliga im Fernsehen? Darüber zerbrechen sich nicht nur führende TV-Manager den Kopf, sondern nach wie vor auch das Bundeskartellamt. Nach Informationen des "kicker" kommt in die Hängepartie aber langsam Bewegung. Wie es heißt, haben die Kartellwächter nichts mehr gegen die seit Jahren gängige Praxis der Zentralvermarktung. Es soll der DFL und der zuständigen
Vermarktungsagentur Sirus aber nicht gestattet werden, ein fertig produziertes TV-Bild zu verkaufen.
Bundesliga-Rechte bleiben bei Premiere
Das wird vor allem den Pay-TV-Sender Premiere freuen, der sich in den vergangenen Wochen unter Verweis auf die nicht mehr gegebene journalistische Unabhängigkeit gegen ein solches Modell gewehrt hatte. Premiere-Chef Michael Börnicke kündigte derweil in der "Süddeutschen Zeitung" an, dass er sich sicher sei, dass die Bundesliga auch über das kommende Jahr hinaus bei Premiere zu sehen sein werde. "Wir werden die Rechte bekommen, davon bin ich überzeugt." Man sei auf alle Szenarien vorbereitet und werde bei der diesjährigen Ausschreibung
anders als im Jahr 2005 nicht mehr überrascht.
Kauf von Sat.1 bleibt ein Thema
Bis 2012 möchte Börnicke zudem den eigenen Kundenstamm deutlich erweitern. Zehn Millionen Kunden sollen es nach seinen Rechnungen werden - allerdings inklusive zahlreicher Prepaid-Nutzer. Das sei aber nur zu erreichen, "wenn bis dahin das analoge Fernsehen komplett abgeschaltet ist", sagt der Premiere-Chef. Die Ziele klingen insbesondere vor der angekündigten
Preiserhöhung recht kühn.
Auch einen möglichen Kauf des Free-TV-Senders Sat.1 hat der größte deutsche Pay-TV-Sender noch nicht abgeschrieben. "Der Kauf eines Senders wie Sat.1 bleibt für uns mittelfristig ein Thema - im nächsten Jahr kommt das wieder auf die Tagsordnung", so Börnicke.
Hayo Lücke