Der Anfang ist gemacht: mit einem 2:0 gegen Polen ist die deutsche Fußball Nationalmannschaft erfolgreich in die Europameisterschaft gestartet. Gefeiert wurde dies nicht nur rund um das Stadion in Klagenfurt, sondern auch deutschlandweit bei diversen Public Viewing-Veranstaltungen. Viele Besucher trugen dabei als Zeichen des sportlichen Patriotismus die deutsche Nationalflagge mit sich. Zudem flattert der schwarz-rot-gelbe Stoff - wie bei der Weltmeisterschaft vor zwei Jahren - an vielen Autos und Wohnungsfenstern. Es hat sich aber auch ein neuer Trend entwickelt: Flagge zeigen im
Web 2.0 .
Fahnen-Hype im studiVZ
Insbesondere auf den größten deutschsprachigen Social Networking-Portalen,
studiVZ und
meinVZ, ist ein wahrer Hype ausgebrochen. Mehr als eine viertel Million Mitglieder zeigen Flagge. Statt eines eigenen Fotos ziert eine Deutschland-Fahne das Profil von immer mehr Mitgliedern. In der entsprechenden Community-Gruppe "EM 2008 - Deutschland zeigt Flagge" mit angeschlossenem Diskussionsforum ist aufgrund der Vielzahl an Nachrichten schon jetzt kaum noch ein geregelter Meinungsaustausch möglich. Trotzdem wird fast im Sekundentakt ein neuer Beitrag hinterlegt.
Fahnen-Wahnsinn im studiVZ - eine halbe Million Nutzer zeigen Flagge. Screenshot: onlinekosten.de
Doch woher kommt die plötzliche Begeisterung? Los ging es Anfang Juni, als sich einige studiVZ-Mitglieder zum Ziel setzen, bis zum Start der EM 1.000 Gruppenmitglieder zu finden, die in ihrem Profil eine Deutschland-Flagge einbinden. Dann ging alles ganz schnell. Das eigene Ziel wurde schon nach einem Tag erreicht, keine 25 Stunden später wurden bereits 5.000 Mitglieder gezählt. Spätestens von diesem Moment an entwickelte sich der Fahnen-Wahnsinn zu einem Selbstläufer.
Server an den Grenzen
Und das blieb nicht ohne Folgen. Aufgrund des Ansturms auf die EM-Gruppe, kam es zu hohen Auslastungen der Server, die eine Sperre der Gruppe zur Folge hatten. Wie es heißt, konnte nur so ein Komplettausfall der Plattform verhindert werden. Seitdem ist auf der Gruppen-Startseite unter anderem der Hinweis zu finden, dass die Seite nicht durch ständiges Drücken der F5-Taste aktualisiert werden darf.
Und wie geht es weiter? Ein konkretes Ziel mag Gruppen-Gründer Christoph Bernhard aus Stuttgart nicht mehr abgeben. "Was die neuen Ziele angeht, müssen wir die nächsten Tage abwarten. Ich denke aber, wir sollten es versuchen, die größte studiVZ-Gruppe ever zu werden! Das heißt natürlich auch, dass ihr eure Flagge im Profil lasst und weiterhin unser Prinzip in die Welt verbreitet", schreibt er in seinem Internet-Blog.