Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) hat einen
Leitfaden veröffentlicht, in dem die richtige Vorgehensweise bei der Entsorgung von Datenträgern erläutert wird. Anlass: Der Verband hat stichprobenartig gebrauchte Festplatten über ein Online-Auktionshaus gekauft und festgestellt, dass ein Großteil der Festplatten rekonstruierbare Daten enthielt.
Besser Löschen
Nur jede vierte Festplatte war demnach korrekt und gründlich formatiert worden, bei den übrigen Exemplaren ließen sich persönliche E-Mails, firmeninterne Unterlagen, Zugangsdaten und private Fotos mühelos wiederherstellen.
Wer einige Tipps beherzigt, kann sich aber problemlos vor Datenspionen schützen und so ruhigen Gewissens seine ausrangierte Festplatte verkaufen. Dazu rät der Verband, Festplatten mindestens dreimal zu überschreiben, bei sensiblen Daten sogar bis zu siebenmal. Kostenlose Software erleichtert das gründliche Löschen erheblich, gleichzeitig wird die Festplatte mit zufällig erzeugtem Datenmüll überschrieben, was eine Rekonstruktion beinahe unmöglich macht. Daten von Speicherkarten und USB-Sticks sollten beim Verkauf auf die gleiche Weise gelöscht werden.
Ab in den Shredder
Auf Nummer sicher geht, wer die Datenträger physikalisch zerstört. Aber auch da ist Gründlichkeit gefragt, endgültige Sicherheit bietet laut Bitkom nur das Shreddern der Speichermedien oder der Einsatz eines Degaussers, mit dessen Hilfe die Platte entmagnetisiert werden kann. DVDs und CDs sollten ebenfalls in den Shredder wandern. Defekte Festplatten, die eines natürlichen Todes gestorben sind, sollten ebenfalls nicht einfach entsorgt werden, meist lassen sich mit dem entsprechenden Know-how auch hier noch Daten wiederbeschaffen.
Bei der Entsorgung großer Datenmengen rät der Verband dazu, sich an Unternehmen zu wenden, die auf das Datenlöschen spezialisiert sind. Bei Unternehmen empfiehlt es sich außerdem, die Datenlöschung zu dokumentieren.