Die Zahl der im Internet abrufbaren Videos steigt stetig an. Das zum Google-Konzern gehörende, populäre Videoportal
YouTube, nimmt dabei eine führende Stellung ein. In den USA wurden im November 2007 rund
drei Milliarden Videos über diese Internetseite angeschaut. Damit die Kontrolle über die eingestellten Videoinhalte der Nutzer nicht vollkommen verloren geht, hat YouTube die Beobachtung der Videoinhalte automatisiert. Per mathematischem Algorithmus werden Videos aussortiert und für die Löschung vorgemerkt.
Metadaten zu gelöschten Videos
Studenten der renommierten Hochschule Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben in dem
YouTomb benannten Forschungsprojekt von YouTube gelöschte Videos geloggt und archiviert. Es werden allerdings nicht die Inhalte und die kompletten Videos gespeichert. Auf YouTomb finden sich stattdessen nur die Metadaten, dass heißt: das Datum der Löschung und eventuell der Name desjenigen, der eine Löschung beantragt hat. Zu den gelöschten Videos liefert YouTomb einen Screenshot, Angaben zum ursprünglichen Poster und wie oft ein Video angeschaut wurde.
Gründe für Videolöschung oft undurchsichtig

Archiv für gelöschte YouTube-Videos.
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Screenshot: onlinekosten.de
Das Ziel der studentischen Forscher ist es, zu beweisen, dass der YouTube-Algorithmus auch irren kann und Videos zum Teil ungerechtfertigt von dem Videoportal entfernt werden. Die Methoden Googles bei der Löschung von Videos seien undurchsichtig. "Wir verstehen, dass YouTube sein Geschäft betreiben muss, aber gleichzeitig stellt sich die Frage, worin das endet", so Jansen laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Pressetext (pte). Aktuell beobachtet YouTomb nur die populären Videos. Die Studentengruppe arbeite aber daran, künftig so viele Videodaten wie möglich auf YouTomb bereitstellen zu können. Immerhin listen die Studenten schon jetzt Angaben zu 231.617 gelöschten Videos auf. 5.163 Videos wurden wegen Urheberrechtsverletzungen von YouTube entfernt. 16.862 Videos wurden aus anderen, nicht näher bezeichneten Gründen gelöscht. Von YouTube gab es offiziell keine Stellungnahme zu dem Projekt. Intern wird jedoch laut pte von einer freundlichen Stimmung zwischen dem Videoportal und dem Studentenprojekt gesprochen.