Die Deutsche Telekom hat einem Zeitungsbericht zufolge womöglich auch die Bundesnetzagentur ausspionieren wollen. Die "Frankfurter Rundschau" berichtete am Donnerstag, der Geschäftsführer der Firma Network Deutschland habe der Telekom Ende April geschrieben, "konkret geplant und beauftragt" sei auch die Überwachung einer "nicht unwichtigen Regulierungsbehörde mit Sitz in Bonn" gewesen.
Die Projekte seien "direkt vom Vorstand beauftragt" und über das Büro des Aufsichtsrates bezahlt worden, zitierte die Zeitung weiter aus dem Schreiben. Eine Sprecherin der Bundesnetzagentur sagte der Zeitung, über den angeblichen Plan lägen "keine Informationen vor".
Nutzung von Daten anderer Unternehmen?
Dem Bericht zufolge hat die Telekom möglicherweise auch Daten anderer Unternehmen benutzt. Nach "FR"-Informationen hatte ein von der Telekom bespitzelter Journalist ein Handy von E-Plus. Ein E-Plus-Sprecher sagte dem Blatt, sein Unternehmen müsse "zu Abrechnungszwecken Daten an die Telekom liefern". Dies geschehe "jeden Tag millionenfach". Da ein Großteil der Telefonate in Deutschland das Netz der Telekom berühre, bekomme die Telekom zur Abrechnung auch fast alle Daten.
Hayo Lücke
/ afp