Man sieht sie überall: Männer, Frauen, teils sogar schon Kinder, munter mit einem Handy am Ohr plaudernd. In Deutschland sind mittlerweile über
100 Millionen SIM-Karten registriert. Für den Ausbau der Mobilfunknetze investieren die großen Mobilfunknetzbetreiber hohe Millionensummen. Auf dem Land oder in der Stadt stößt man allerorten auf Mobilfunksendeanlagen. Die Gefahr, die durch deren elektromagnetische Felder ausgeht, ist dabei umstritten.
Messungen in 15 Orten
Erst Ende Mai waren Berichte über
gefälschte Studien über die Gefährlichkeit der Handystrahlung bekannt geworden. Das Informationszentrum Mobilfunk e.V. (IZMF) startet am 4. Juni eine mehrere Wochen dauernde Strahlenmesskampagne in Sachsen-Anhalt. Die Messungen durch unabhängige TÜV-Experten erfolgen in Abstimmung mit dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt. In 15 Orten soll an 80 von den Kommunen frei wählbaren Messpunkten die Stärke der elektromagnetischen Felder gemessen werden. Die Vermutung vieler Bürger, dass rund um Mobilfunksendemasten eine erhöhte Strahlungsgefahr besteht, kann Dagmar Wiebusch vom IZMF nicht teilen. "Dabei liegen die Mobilfunkfelder in Deutschland in der Regel weit unter den Grenzwerten. Das stellt das Genehmigungsverfahren der Bundesnetzagentur sicher", erläutert Wiebusch. Auch die Immissionen in der direkten Umgebung von DVB-T-Sendern soll in die Messreihe mit einbezogen werden.
Konzentration auf Schulen und Kindergärten
In einigen anderen Bundesländern wurden bereits in den letzten Jahren Messungen durchgeführt. Mit diesen Messkampagnen möchte das IZMF die Bürger über die elektromagnetischen Felder in ihrer direkten Nachbarschaft aufklären. Das Ausmaß der Strahlung vor Ort kann durch geographische oder städtebauliche Merkmale beeinflusst werden. Wegen des großen Interesses der Bürger seien die Messungen vor allem auf Einrichtungen wie Schulen und Kindergärten oder private Wohnbereiche konzentriert worden. Bei den Messungen werden neben dem Mobilfunk auch die Immissionen von anderen Strahlungsquellen wie Rundfunk, Fernsehen oder BOS-Funk festgehalten.
Am 17. September 2008, nach Abschluss aller Messungen, will das IZFM die Messergebnisse auf einer Pressekonferenz präsentieren. Ab diesem Zeitpunkt stehen die Ergebnisse und eine Bewertung auch auf der
Homepage des IZFM zum Download bereit.