Der Blick auf die Uhr beim Surfen: Fehlanzeige. Eine Software zum Anzeigen des verbrauchten Datenvolumens: nicht erforderlich. Viele Nutzer von Internet-Flatrates wollen auf das Surfen ohne zeitliche und volumenmäßige Begrenzung nicht mehr verzichten. Kaum einer möchte zurück zu alten Zeiten, in dem die Internetprovider mit der Stoppuhr die Surftouren im Netz berechnet haben. Doch wie sicher ist der Bestand von Flatrates?
Ein US-Dollar pro Gigabyte
In den USA deutet sich derzeit ein Bröckeln der Flatrate-Front an. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass der Kabelnetzbetreiber TimeWarner-Cable im Moment in einem Feldversuch ein alternatives Geschäftsmodell testet. Statt einer pauschaler Flatrate sollen Internetsurfer für jedes genutzte Gigabyte Datenvolumen etwa einen US-Dollar zahlen. TimeWarner würde mit dieser Maßnahme vor allem auf die rund fünf Prozent seiner 7,5 Millionen Internetkunden zielen, die die Internetflatrate zu exzessiv nutzten. Vor allem die aktive Nutzung von Tauschbörsen und Video-Plattformen hätten zu einem gestiegenen Datenaufkommen geführt.
TimeWarner testet daher ein neues Preismodell: bei einer Bandbreite von 15 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) zahlen die Testkunden 55 US-Dollar (35 Euro) für ein Inklusiv-Datenvolumen von 40 Gigabyte. Bei Erfolg des Tests könnte das Ende der Flatrates bei TimeWarner besiegelt sein. Nach Angaben von Reuters hätte alleine die Ankündigung eines solchen möglichen Schrittes für erhebliche Kritik von Internetkunden gesorgt.
Deutsche Provider setzten auf Flatrates
In Deutschland deutet derzeit nichts auf ein Ende des Flatrate-Geschäftsmodells hin. Stattdessen statten die Breitbandanbieter ihre Flatrate-Angebote mit immer mehr Features aus und setzen auch im
Juni auf das Modell der Pauschalgebühren. Aus der Doppel-Flat für Internetsurfen und Telefonie wird eine Dreifach- oder
Vierfach-Flat. Vielfach sind mittlerweile auch Gespräche vom Handy in das deutsche Festnetz vom monatlichen Pauschalpreis abgedeckt. Je nach Anbieter finden sich zudem Flatrates für die mobile Datennutzung oder die Online-Videothek. Ein Weg zurück in die Zukunft, den TimeWarner eventuell in den USA beschreitet, würde sich in Deutschland angesichts des derzeit heftig umkämpften DSL-Marktes nur schwer durchsetzen lassen.
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