Bei dem Besuch von Webseiten werden oft sogenannte
Cookies platziert. Diese Miniprogramme ermöglichen Profile über das Surfverhalten eines Benutzers. Ein Online-Shop kann dann etwa mit diesen Daten den Namen des Kunden verknüpfen und ihm gezielt Werbung schicken. Mit sogenannten Tracking Cookies lassen sich einem Nutzer - von diesem unbemerkt - die von ihm besuchten Websites zuordnen.
Soziale Netzwerke in der Kritik
Die
sozialen Netzwerke im sogenannten
Web 2.0 sind eine weitere mögliche Quelle für Datenmissbrauch. Nutzer geben in den Netzwerken Profile mit ihren persönlichen Daten ein und verknüpfen diese mit den Angaben von Freunden oder Kollegen. Die Werbeindustrie etwa könnte sich diese Netzwerke zunutze machen, denn Mund-zu-Mund-Propaganda bei Produkten wie CDs oder Büchern ist wirksamer als klassische Reklame.
Eine der größten Quellen für Datenmissbrauch durch den Staat, die Video-Erfassung von Autokennzeichen, stoppte das Bundesverfassungsgericht im März. Bis dahin wurden für die Suche nach Auto-Dieben bundesweit jeden Monat Millionen Autokennzeichen mit Video-Kameras erfasst, gespeichert und mit Datenbanken zu gesuchten Autos abgeglichen. Dem Gericht zufolge ist das künftig nur zulässig, wenn jeder Nicht-Treffer sofort "spurenlos" gelöscht wird. Bewegungsprofile unverdächtiger Bürger können nun nicht mehr erstellt werden.
Überwachung auf Reisen
Wer allerdings mit Bahn oder Flugzeug reist, muss hinnehmen, dass er dabei per Videoüberwachung beobachtet wird. Nach einem Beschluss des Bundestags vom vergangenen September dürfen solche Aufnahmen bis zu 30 Tage gespeichert werden. Hängt solch eine Kamera etwa in der Nähe eines Abflugschalters am Flughafen, hat Vater Staat zu den digitalisierten Daten von Fingerabdruck und Passfoto im biometrischen Reisepass auch gleich noch eine aktuelle Aufnahme seines Bürgers.
Hayo Lücke
/ afp