Google sieht alles, oder zumindest immer mehr. Die Kartendienste des Suchmaschinenriesen werden immer ausgefeilter. Sowohl per Satellitenluftbild oder per Street View lassen sich mit
Google Maps mittlerweile viele Städte weltweit erkunden. Doch nicht alle Städte oder Regierungsorganisationen sind mit dieser detaillierten Darstellung ihrer Straßen einverstanden.
Privatgemeinde wehrt sich
Die Straßen der kleinen, 4.500 Einwohner zählenden Gemeinde North Oaks, einem Vorort von St. Paul in Minnesota, befinden sich komplett in Privatbesitz. Ein Durchfahren der Stadt ist nur mit Erlaubnis der Gemeindeverwaltung möglich. Die lokale US-Zeitung "Startribune" berichtete auf ihrer Webseite, dass sich die Bürger dieses Örtchen nun erfolgreich gegen die Aufnahme ihrer Strassen im StreetView-Modus gewehrt haben. In dieser Darstellungsform ist es Nutzern von Googles Kartendienst möglich, sich von Foto zu Foto der verschiedenen Straßenzüge durchzuklicken und somit quasi einen voyeuristischen Blick auf die Häuser in den ansonsten privaten Straßen zu erhaschen.
StreetView-Modus wurde entfernt

Kein StreetView-Modus mehr für North Oak.
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Screenshot: onlinekosten.de
Der Widerstand gegen Google hatte Erfolg. Der Kartendienst musste die Fotos der Straßen von NorthOak aus seiner Datenbank entfernen. Dies sei die erste US-Stadt, die mit einer solchen Bitte an Google herangetreten sei, erklärte Google-Sprecherin Elaine Filadelfo. Es sei äußerst ungewöhnlich, dass eine ganze Stadt eine solche Forderung an Google stelle. Bei der Erstellung der Fotos seien von dem von Google beauftragten Fotografen vermutlich die Schilder mit Hinweis auf Privatstraßen nicht beachtet worden. Bereits kurz nach der Anfrage des Stadtrats Anfang des Jahres sei die StreetView-Ansicht für diesen Ort aus Google Maps herausgenommen worden. North Oak hatte sich darauf berufen, dass das Durchfahrtsrecht für ihre Stadt mit der Bereitstellung der Fotos verletzt worden sei.
Zuvor hatte insbesondere das US-Verteidigungsministerium erfolgreich die Löschung von Fotos von Militäranlagen
durchsetzen können. Ein Ehepaar aus Pittsburgh ließ ein Foto ihres Hauses löschen, das von einer Privatstraße aufgenommen worden war. Der Fall North Oak hat die Debatte um private Informationen gegenüber öffentlichen Informationen wieder angeheizt. Bewohner von Häusern an öffentlichen Straßen besitzen keine ähnlichen Schutzrechte wie Bewohner, die an Privatstraßen leben. Auch in Deutschland soll in Kürze mit der
fotografischen Erfassung von kompletten Straßenzügen begonnen werden und in Google Maps zur Nutzung bereitgestellt werden. Alle Gesichter und KFZ-Kennzeichen sollen aber zur Wahrung der Privatspähre unkenntlich gemacht werden.