Der ehemalige Telekomchef Kai-Uwe Ricke und der einstige Telekom-Aufsichtsratchef Klaus Zumwinkel haben sich laut Presseinformationen in der Spitzelaffäre fortlaufend über die Arbeit ihrer Konzernsicherheit informieren lassen. Klaus T., Mitarbeiter der Telekom-Konzernsicherheit, habe sowohl Ricke als auch Zumwinkel mehrfach persönlich über seine Ergebnisse bei der Suche nach undichten Stellen im Konzern informiert, berichtet das "Handelsblatt" (Montagsausgabe) unter Berufung auf einen Vertrauten von Klaus T.
Weiter schwere Vorwürfe
Der sei damals mindestens zweimal im Post-Tower bei Zumwinkel gewesen, um Bericht zu erstatten. Zumwinkel war seinerzeit auch Chef der Deutschen Post. Bei diesen Treffen habe Klaus T. Ricke und Zumwinkel darüber informiert, dass es Telefonate zwischen einem Aufsichtsrat und einem Journalisten gegeben habe.
Was wusste Obermann?
Wie das Blatt weiter berichtet, überwies der Konzern dem Recherchedienst Network Deutschland noch am 14. Mai dieses Jahres, dem Tag vor der Hauptversammlung, 174.000 Euro. Network-Deutschland-Chef Ralph Kühn habe der Telekom zwei Wochen zuvor in einem Fax gedroht, die Hauptversammlung massiv zu stören und der Presse mitzuteilen, dass er im Auftrag des Konzerns illegal Telefonate zwischen Aufsichtsräten und Journalisten abgeglichen habe. Das belastet auch den neuen Telekom-Chef René Obermann erneut, der über diese Zahlung informiert worden sein muss.
Mit dieser Botschaft habe Kühn seiner Forderung Nachdruck verliehen, dass der Bonner Konzern endlich seine Rechnung von Mitte Februar über insgesamt 650.000 Euro bezahlen solle und ihm darüber hinaus Schadensersatz zustehe.
Ein Sprecher der Telekom sagte der Nachrichtenagentur AFP, bei dem Recherchedienst handele es sich um einen "Dienstleister für Datenauswertungen aller Art", der von Wirtschaftsunternehmen beispielsweise für die legale Überprüfung internationaler Rechnungsabläufe benutzt werde. "Solche Dienstleister müssten bezahlt werden", fügte der Sprecher hinzu.