Erneuter Rückschlag für
United Internet und
Drillisch bei der Übernahme des Konkurrenten
freenet. Erst in der vergangenen Woche waren die beiden Unternehmen vor dem Landgericht Kiel mit ihrer
Einstweiligen Verfügung gegen den Mobilfunk- und Internetanbieter gescheitert. Gestern lehnten die Richter einen weiteren Antrag ab, die ordentliche Hauptversammlung von freenet selbst einzuberufen, um so den Kauf von
debitel vielleicht noch zu verhindern.
Wieder eine Chance weniger
Laut den Bestimmungen des Aktienrechts muss ein Unternehmen innerhalb von zwei Wochen nach Feststellung des Jahresabschlusses durch den Aufsichtsrat alle Aktionäre zur
Hauptversammlung einladen. Auf diese Einladung warten die Anteilseigner allerdings bis heute, nach dem der Aufsichtsrat bereits Anfang März den Jahresabschluss bestätigt hat. Begründet wird diese Verschiebung von freenet mit laufenden Vertragsverhandlungen mit debitel. Deshalb ging der Telekommunikations-Dienstleister Drillisch, der über United Internet mit 25,1 Prozent an dem Unternehmen beteiligt ist, vor zwei Wochen in die Offensive und wollte die freenet-Aktionäre zur Hauptversammlung selbst einladen. Dies sah das zuständige Registergericht in Kiel wohl anders und lehnt den Antrag ab.
Grünes Licht auch vom Kartellamt
Auch von einer anderern Stelle bekommt freenet derzeit Rückenwind. So hatte das
Bundeskartellamt erst vor wenigen Tagen die Übernahme von debitel durch freenet genehmigt. Damit wird es für United Internet und Drillisch immer schwieriger, die Übernahme am Ende doch noch zu verhindern.
Michael Friedrichs