Freitag, 30.05.2008 10:53

Amazon vs. iTunes: Zeit für eine neue Kampfrunde?

aus dem Bereich Sonstiges
Niemand sollte den Fehler machen und Jeff Bezos unterschätzen. Er war der Mann, der 1994 Amazon.com aus der Taufe hob und binnen kürzester Zeit aus dem einfachen Bücher-Versandhandel einen multinationalen Großkonzern machte, der mittlerweile vom Toaster bis zum High-End-PC sämtliche Güter des täglichen Bedarfs über das Internet vertreibt. Im vergangenen Jahr erschloss sich Bezos eine neue Einnahmequelle – und begann damit in Apples heiligem Revier der Song-Verkäufe zu wildern.

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Der Herausforderer

Mit dem Musik-Shop "Amazon MP3" und der Online-Videothek "Amazon Unbox" hatte Bezos dem Platzhirschen iTunes zugesetzt. Als einer der ersten Netzhändler kippte das Unternehmen den Kopierschutz und zwang Apple auch in der Frage des Preises in die Knie: noch ist Amazon der günstigere Anbieter.

Neuer Video-on-Demand-Dienst

War der Dienst bislang lediglich in den Vereinigten Staaten nutzbar, so erklärte Bezos Ende Januar, dass "Amazon MP3" kurz vor der globalen Einführung stünde - eine klare Kampfansage an Apple. Im Rahmen des IT-Gipfes "All Things Digital" in Kalifornien legte er noch einmal nach. In einem Interview verrät Bezos: "Wir arbeiten zurzeit an einer neuen Version eines Video-on-Demand-Dienstes, ein kostenpflichtiger Streaming-Service, der in den nächsten Wochen an den Start gehen soll."

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Amazon-CEO Jeff Bezos.
Bild: Amazon
Eine kurze Äußerung – doch die Spekulationen in der amerikanischen IT-Medienlandschaft reißen seitdem nicht ab. In der Vergangenheit war es mit "Amazon Unbox" lediglich möglich, gekaufte Filme nach dem kompletten Herunterladen anzuschauen. Durch das Streaming-Verfahren wär ein simultanes Abspielen zum Download möglich. Weiter vermuten Branchenkenner, dass mit der Einführung des Video-on-Demand-Services ein neues Abonnementmodell einher gehen wird. Wieder andere stellen fest, dass "Amazon Unbox" – das ausschließlich auf PCs mit Windows XP oder Vista nutzbar ist – nun auch Einzug bei den Apple-Rechnern halten soll. In einem sind sich alle einig: Bezos Ansage war ein Seitenhieb in Richtung Steve Jobs. Auf die Frage, ob er meine, dass iTunes seinem Ende entgegen gehen würde, antwortet der Amazon-Chef: "Nein, das habe ich nicht gesagt..." – um sogleich herzhaft zu lachen.
André Vatter
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