Montag, 26.05.2008 19:08

Infineon-Chef Ziebart wirft das Handtuch

aus dem Bereich Sonstiges
Nach einem wochenlangen Machtkampf an der Führungsspitze des angeschlagenen Halbleiterherstellers Infineon räumt der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Ziebart seinen Posten.

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Ziebart lege sein Amt Anfang Juni "auf Grund unterschiedlicher Auffassungen über die zukünftige strategische Ausrichtung des Unternehmens nieder", teilte Infineon mit. Nachfolger im Amt des Vorstandssprechers werde Peter Bauer, der bereits im Vorstand von Infineon sitzt. Neben der Entscheidung über die Zukunft Ziebarts habe der Vorstand dem Vorsitzenden des Infineon-Aufsichtsrates, Max Dietrich Kley, das Vertrauen ausgesprochen.

Infineon steckt derzeit in einer schweren Krise und steht vor der strategischen Neuausrichtung. Das Münchner Unternehmen will sich unter anderem von seiner verlustreichen Speicherchip-Tochter Qimonda trennen. Allein im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres bescherte Qimonda dem Gesamtkonzern einen Verlust von rund 1,4 Milliarden Euro.

Durch die Abspaltung der Speicherchip-Tochter könnte Infineon für Investoren interessanter werden. Neben dem möglichen Einstieg des russischen Investors Sistema wird auch über eine Fusion von Infineon mit der früheren Halbleitersparte des niederländischen Elektronik-Konzerns Philips spekuliert. Aufsichtsratschef Kley hat Presseberichten zufolge angeregt, eine solche Fusion zu prüfen.

Ziebart leitete Infineon vier Jahre lang. Er habe den Vorstandsvorsitz in einer "besonders schwierigen Lage übernommen", erklärte Kley. Ziebart gliederte Qimonda aus und brachte das Unternehmen im Sommer 2006 an die Börse. Ziebarts Nachfolger Bauer werde die strategische Neuausrichtung beschleunigen. Bauer selbst erklärte, er sehe "gute Chancen für eine erfolgreiche Zukunft". Dafür müssten die notwendigen Maßnahmen "kompromisslos und schnell umgesetzt werden". Infineon will die Herstellungskosten senken und die Effizienz steigern.
Hayo Lücke / afp
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