Montag, 26.05.2008 14:19

Regulierungschef Kurth verteidigt Bitstrom-Preise

aus den Bereichen Breitband, Sonstiges
Die Entscheidung der Bundesnetzagentur, dass die Deutsche Telekom IP-Bitstrom-Zugänge und in diesem Zusammenhang entbündelte DSL-Anschlüsse künftig ab einem Preis von 19,05 Euro zur Verfügung stellen muss, hatte in der Folge für viel Lob, aber auch für viel Kritik gesorgt. Vor allem die Branchenverbände reagierten mit großer Empörung auf die veranschlagte Monatsgebühr. Der Tonus: Warum sollen Telekommunikationsanbieter noch in eigene Netze investieren, wenn sie Anschlüsse zum Schleuderpreis von der Telekom mieten können? Erstmals äußert sich nun der Chef der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, persönlich zu den Vorwürfen der Wettbewerbsverzerrung.

Anzeige
Chancen fürs Land

In einem Interview mit dem Magazin "Spiegel" räumt Kurth ein, dass sich durch die Entscheidung nur wenig in größeren Städten verändern wird: "Anbieter wie Arcor oder Telefonica haben dort bereits eigene Netze - möglich, dass sie Kapazitäten auch an Dritte günstiger anbieten können als die Telekom." Auf dem Land und in digital unterversorgten Gemeinden sähe die Situation jedoch anders aus. Erst durch die Öffnung des Bitstrom-Zugangs könnten Unternehmen den Nutzern dort Produkte anbieten. Seiner Meinung nach geben entbündelte Anschlüsse in diesen Regionen zudem "Anreize für zusätzliche Aktivitäten".

"Eigene Netze lohnen sich auch künftig."

bntza-kurth.jpg
Regulierungschef Kurth.
Bild: Bundesnetzagentur
Kurt verwahrt sich gegen die die Kritik, investitionswilligen Anbietern die Motivation zum Ausbau der eigenen Netze zu nehmen: "Das höre ich immer wieder und fast bei jeder Entscheidung aufs Neue. In diesem Fall war die Kritik übrigens deutlich verhaltener als erwartet. Wir haben genau berechnet, dass der finanzielle Anreiz noch da ist. Die Miete für den Bitstrom-Zugang ist nahezu doppelt so hoch wie die für die bloße Teilnehmeranschlussleitung (TAL). Eigene Netze werden sich also auch künftig lohnen."

TAL auf dem Prüfstand

Die Deutsche Telekom berechnet für die Bereitstellung der TAL, der sogenannten "Letzten Meile", derzeit eine Gebühr in Höhe von 10,50 Euro pro Monat. Auch dieser Betrag soll im kommenden Jahr auf den Prüfstand: "Wir schauen da fast auf jede einzelne Schraube. In zehn Jahren ist das Entgelt, das die Telekom erhält, um zirka zwei Euro zurückgegangen. Im nächsten Jahr entscheiden wir neu", verspricht der Behördenchef.
André Vatter
Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
 Tal auf Prüfstand ... na und ? (1 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von thomaspen am 26.05.2008 um 18:00 Uhr
 Suche

ADSL Anschluss
Ein DSL Anschluss ist der Standardzugang der meisten Internetprovider.
Ob 1&1, der Billiganbieter congstar oder früher auch QSC oder freenet: Alle setzen auf die ADSL Technik.
Dazu gibt's verschiedene Flatrates. Neben einer Internet Flatrate ist bei vielen Angeboten oft auch eine Festnetz Flatrate inklusive.
Internet über Kabel
Kein DSL oder nur schlechte Werte im DSL Speedtest? Internet über das Kabelnetz ist eine der führenden DSL Alternativen.
Kabelanbieter bieten ultraschnellen Downstream über den Kabelanschluss.
Wenn kein DSL verfügbar ist und auch kein Kabel digital gewünscht wird, ist mobiles Internet vielleicht interessant.
Webhosting
Sie kennen sich im Webhosting bisher überhaupt nicht aus? Sie können mit Whois und DNS Server nichts anfangen?
Sie wissen nicht, was eine Firewall oder ein Cluster bewirkt? Und Sie haben auch noch nie von Small Business Server oder Switch gehört?
Dann einfach unsere Hintergrundseiten zum Thema nutzen. Wir erklären Ihnen die wichtigsten Begriffe - kurz und verständlich.
© 1999-2012 onlinekosten.de GmbH :: Datenschutz :: Impressum :: Presse :: Jobs