Sonntag, 01.06.2008 11:31

Blaues Wunder: Apotheker warnen vor Kauf im Netz

aus dem Bereich Sonstiges
"Online anonym bestellen! Original Qualitat! 100 Prozent wirksam!" – Lockofferten wie diese überschwemmen millionenfach die deutschen E-Mail-Postfächer. Bei vielen Nutzern wandern die Angebotsschreiben für Potenzmittelchen wie Viagra oder Cialis ungelesen in den Mülleimer. Das ist auch gut so, rät das Branchenblatt "Die Apotheken Umschau". Wer sich bei unbekannten Quellen seine Pillendöschen bestellt, dürfte in vielen Fällen gesundheitlich sein blaues Wunder erleben.

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Fehlende Wirksamkeit das geringste Problem

"Grundsätzlich muss man wissen, dass die meisten dieser Angebote illegal sind und dahinter auch kriminelle Anbieter stecken", erklärt der Chefredakteur der "Apotheken Umschau", Hans Haltmeier, auf. "Für den Besteller besonders dramatisch: Es handelt sich dabei oft um gefälschte Pillen und man weiß nicht so genau, ob und in welcher Menge oder Qualität er drin ist." Doch die fehlende Wirksamkeit ist dabei noch das geringste Problem. Die falschen Pillen seien in vielen Fällen aus dubiosen Stoffen zusammen gesetzt: "Das kann schon sehr gefährlich sein. Wenn man zum Beispiel bedenkt, dass man ja die Inhaltsstoffe gar nicht kennt und es durchaus zu Allergien oder Vergiftungen kommen kann." Haltmeier weist auch auf den Trick der Hersteller hin, den Tabletten Füllstoffe beizumischen, die bestimmte Nebenwirkungen auslösen sollen, um dem Patienten eine bestimmte Wirkung vorzutäuschen.

Tipps für den Online-Kauf von Medikamenten

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Augen auf beim Pillenkauf, raten die Apotheker.
Bild: Photocase
Die Bestellung von Medikamenten im Internet sei aber nicht per se zu verdammen. Kunden können ihre Käufe guten Gewissens in einer Online-Apotheke tätigen, sofern sie ein paar Dinge beachten. So sei zum Beispiel ein Blick in das Impressum ratsam. Stehe dort eine Apotheke mit fester Adresse und Telefonnummer, sei dies ein gutes Zeichen. Finden sich in der Produktübersicht verschreibungspflichtige Medikamente, die ohne die Einsicht eines ärztlichen Rezeptes angeboten werden, lautet die Devise auch hier: Finger weg! Wer nach dem Kauf unsicher ist, ein Original-Medikament in den Händen zu halten, weil es ungewöhnlich riecht, schmeckt oder aussieht, sollte die Arznei zur Vorsicht in einer lokalen Apotheke überprüfen lassen.
André Vatter
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