Beinahe 20 Jahre ist es her, dass die erste Version von F-Prot erschien. Die Antivirensoftware kam 1989 auf den Markt, zu einer Zeit, wo die wenigsten Leute wussten, was das Internet überhaupt ist, geschweige denn ein Computervirus. Damals trug Windows noch die Versionsnummer 2.0, erst 1993 folgte das damals revolutionäre Windows 3.1. Das WWW (World Wide Web) wurde gerade erst erfunden und läutete dank der ersten Internetbrowser wie Mosaic einen Run aufs Netz ein. 1989 war auch das Jahr des Intel486-Mikroprozessors, der immerhin mehr als eine Million Transistoren bieten konnte, erst 1993 stellte Intel dann seinen Pentium-Prozessor vor.
Die Redaktion von onlinekosten.de hatte die Möglichkeit, mit dem Gründer von FRISK Software International und heutigem Technischen Direktor, Friðrik Skúlason, zu sprechen. Wir wollten von ihm wissen, wie sich die Welt der digitalen Schädlingsbekämpfer in den vergangenen zwei Jahrzehnten geändert hat und was uns seiner Meinung nach die Zukunft beschert.
Friðrik Skúlason,
Gründer und CTO von FRISK,
Foto: onlinekosten.de
onlinekosten.de: F-Prot gibt es seit 1989, Ihre Firma FRISK seit 1993. Damit sind die Antivirenjäger aus Island ebenso lang aktiv, wie es das Massenphänomen Internet gibt: Wie war die Situation damals bei der Gründung von FRISK Software International?
Skúlason: Als die erste Version von F-Prot 1989 veröffentlicht wurde, hatte ich keine Ahnung, was vor uns lag oder wie sich Schadsoftware entwickeln würde. Tatsächlich war ich mir nicht mal sicher, ob es überhaupt einen fortwährenden Bedarf an Antivirenprodukten geben würde. Ich dachte, Viren könnten vielleicht ein kurzlebiges Phänomen bleiben, das innerhalb weniger Monate bereits der Vergangenheit angehören würde, und ich hatte sogar schon zu planen begonnen, was ich anschließend machen könnte. Unnötig zu sagen, dass diese Pläne nie in die Tat umgesetzt wurden.
onlinekosten.de: Wissen Sie noch, wie Sie die künftige Entwicklung des Internet damals sahen? Gab es bereits Gefahren, die Sie vorausahnten?
Skúlason: Damals, 1989, hatten die meisten Leute nicht einmal vom Internet gehört. Das war noch vor den Tagen des World Wide Web, aber selbst zu dieser Zeit haben wir die Software übers Netz vermarktet und verkauft – wenn auch in ganz anderer Form als heute.
Hätte irgendjemand damals die heutige Situation vorhergesehen, in der Antiviren-Software nun ein großes Geschäft ist, Schadprogramme ein Werkzeug des Organisierten Verbrechens ist und wir Millionen verschiedener Malware-Programmen haben, diese Person wäre wohl für verrückt gehalten worden – oder vielleicht für einen Science-Fiction-Autor.