Thverholti 18 – ein unscheinbares Bürogebäude in einer kleinen Straße von Islands Hauptstadt Reykjavik. Die winzige Insel kurz vor dem ewigen Eis ist nicht nur Heimat von Elfen, Trollen und Wildpferden, sondern auch von einem der ältesten Antivirenhersteller, FRISK Software International. Die Macher der bekannten F-PROT Antivirus Software gehen von hier aus seit mittlerweile rund 20 Jahren auf die Jagd nach digitalen Schädlingen. Onlinekosten.de hat die Virenjäger in ihrem abgelegenen Domizil besucht.
40 Mannen auf der Jagd
Rund 40 Mitarbeiter arbeiten bei FRISK täglich daran, die Rechner ihrer Kunden sauber zu halten. Das Unternehmen hat sich mit F-PROT auf Antivirensoftware für Privat- und Geschäftskunden spezialisiert und bietet die F-PROT Antiviren-Engine zur Lizensierung durch andere Firmen an.. Die Produkte arbeiten, wie bei klassischer Antivirensoftware üblich, mit Virensignaturen. Dazu werden bekannte Schädlinge analysiert, sodass gewissermaßen ein Fahndungsfoto erstellt werden kann. Mit jedem Update lernt die Software beim Kunden so neue Malwarevarianten kennen und kann sie anhand ihrer Signatur erkennen und blockieren. Hinzu kommen bei F-PROT so genannte
heuristische Systeme, die Schadprogramme anhand von Vergleichen und Bewertungen erkennen, wobei existierende Bedrohungen als Referenzmodelle dienen. Das verbessert natürlich einerseits das Auffinden und Bekämpfen von Bedrohungen – andererseits wird die Arbeit der Virenjäger dadurch auch komplizierter.
Früher war alles anders…
Die Frisk-Virenjäger und ihr Wachhund. Foto: onlinekosten.de
Als F-PROT Antivirus 1989 erstmals auf den Markt kam, war die Computerwelt noch einfach gestrickt. Wie uns Friðrik Skúlason, Gründer und Technischer Direktor von FRISK Software, im Interview verriet, gab es zu Beginn seiner Arbeit noch einen Virus alle paar Monate. Seitdem hat sich die Anzahl der Schädlinge jährlich vervielfacht: Tatsächlich hat sich seit 1986 die Anzahl der Schadprogramme jährlich verdoppelt. Ein einzelner Schädling kann heute millionenfach variiert werden und seine Lebenszeit ist mittlerweile auf ein bis zwei Tage verkürzt. Da bleibt wenig Zeit für die Virenjäger zu reagieren: Systeme überwachen rund um die Uhr die Gefahrenlage, Notfalltelefone sorgen unter anderem dafür, dass die FRISK-Mitarbeiter so schnell wie möglich reagieren können. Dabei verlassen sie sich nicht nur auf ihre eigenen Erkenntnisse, gleichzeitig tauschen sie sich permanent mit rund 20 weiteren Unternehmen aus. Auch die Nutzer selbst arbeiten an der Entlarvung von Malware mit, indem sie nicht erkannte Schädlinge melden.