Microsoft will in seinen Anwendungen demnächst neue Dokumentenformate unterstützen. Dies gab der Softwarekonzern jetzt bekannt. Demnach wird mit Erscheinen des Service Packs 2 für Microsoft
Office 2007 in der ersten Jahreshälfte 2009 die Liste der unterstützten Dateiformate neben dem hauseigenen XPS- (
XML Paper Specification) auch PDF- (Portable Document Format) und offene ODF-Dokumentenformate (Open Document Format for Office Applications) erweitert.
Mehr Auswahlmöglichkeit
Damit können Anwender von Microsoft Office künftig neben den herkömmlichen Dateiformaten wie DOC (Word), XLS (Excel) und PPT (Powerpoint)auch
andere Formate nutzen, um ihre Dokumente zu öffnen, zu bearbeiten und anschließend wieder zu speichern. "Die Unterstützung weiterer Dokumentenformate ist ein wichtiger Meilenstein in der Umsetzung unserer Interoperabilitätsstrategie", betont Microsoft-Chefjustiziarin Dorothee Belz. Desweiteren wolle man sich aktiv an der Entwicklung und Erhaltung von Dokumentenformat-Standards beteiligen. Neben den Anwendern könnten auch Entwickler und Anbieter von Fremdsoftware von dem neuen Konzept profitieren.
Auch ältere Office-Versionen werden unterstützt
Damit Kunden der Vorgängerversionen Microsoft Office
XP und
2003 ebenfalls in den Genuss der Formaterweiterung kommen, arbeitet der amerikanische Softwareriese mit der Open Source-Community bei der laufenden Entwicklung eines Open XML-ODF-Übersetzers zusammen. Eine erste "echte" Implementierung der neuen Dateiformate soll es laut Microsoft aber erst in der kommenden Version von Microsoft Office (Codename "Office 14") geben, die allerdings erst in zwei Jahren erwartet wird.
EU-Kommission reagiert mit Zurückhaltung
Nicht ganz so euphorisch reagiert die Brüsseler
EU-Kommission auf die Ankündigung des Softwarekonzerns. Deshalb wolle man genau prüfen, ob das Unternehmen seine Programme für offene Standards auch wirklich öffne. Nichts desto trotz begrüße die Kommission jeden Schritt, der die Wahl der Verbraucher verbessere. Auch
ECIS, die Interessenvertretung der Open-Source-Entwickler, sprach von einem "Schritt in die richtige Richtung", der aber für eine echte Interoperabilität nicht ausreiche. Microsoft spiele auch weiter auf Zeit, da es nur eine veraltete ODF-Version integrieren wolle.