Mitte Mai ist die
Mediathek der ARD im Netz an den Start gegangen. Dort bietet der öffentlich-rechtliche Betreiber von Fernseh- und Radiosendern ein Online-Portal zur Bündelung von Audio-und Videobeiträgen aus seinen zahlreichen Programmen an. Das ausdrücklich als Testversion gestartete neue Online-Angebot geriet jedoch schnell ins Kreuzfeuer der Kritik.
Nachbesserungen angekündigt
Kritisiert wurde neben dem Fehlen eines Vollbild-Modus vor allem auch die Übersichtlichkeit des Portals. Auch die teils mangelnde Aktualität oder das unvollständige Programmangebot wurden angemahnt. Der Privatsenderverband VPRT hatte der ARD schwere Vorwürfe gemacht, da der Start der Mediathek bereits eine Vorwegnahme der Regelungen des zwölften Rundfunkstaatsvertrages sei. Erst im Juni berät die Ministerpräsidentenkonferenz über die Rahmenbedingungen der Onlineangebote von ARD und ZDF. In der "Frankfurter Rundschau" nahm nun die ARD-Onlinekoordinatorin Heidi Schmidt Stellung zu den Vorwürfen. Aus rechtlichen Gründen könnten nicht alle Sendungen in der Mediathek zum Abruf bereitgestellt werden. Die ARD-Mediathek bündele zudem nur bereits bestehende Video- und Audioangebote von anderen ARD-Portalen wie etwa tagesschau.de. Im Gegensatz zur ZDF-Mediathek, die nur ein Vollprogramm begleite, muss die ARD-Mediathek Inhalte von rund 70 Programmen begleiten.
Bündelung der Inhalte technisch anspruchsvoll
Technisch sei die Bereitstellung der Mediathek sehr anspruchsvoll, da die Podcasts, Hörfunkbeiträge oder Videos weiter auf den Servern der verschiedenen Sender liegen. Die ARD-Mediathek greift laut Schmidt auf diese Inhalte über eine spezielle Schnittstelle zu. Den späten Start der Mediathek erklärte sie mit umfangreichen mehrmonatigen Tests.
Schmidt erklärte, dass derzeit die zahlreich eingegangenen Hinweise der Nutzer ausgewertet werden. Diese würden in weitere Verbesserungen einfließen. So arbeite man auch an der Bereitstellung eines Vollbild-Modus. Ab Herbst 2008 soll die erste Ausbaustufe erreicht werden. Zu diesem Zeitpunkt könnten alle Dritten Programme mit ihren Videoangeboten in die Mediathek eingebunden sein.
Jörg Schamberg