Nicholas Negroponte kommt seinem Traum von der Digitalisierung der Klassenzimmer in Entwicklungsländern immer näher. Der Gründer und Chef der Non-Profit-Organisation "One Laptop per Child" (OLPC) stellte gestern auf einer Pressekonferenz in Cambridge, Massachusetts, den
angekündigten Nachfolger des 188-Dollar teuren XO-Notebooks vor: den XO-2, der gerade einmal 75 US-Dollar kosten soll.
1-Watt-Stromverbrauch
"Gemäß dem Feedback, das wir von Regierungen, Lehrern und - noch wichtiger - von den Kindern selbst bekommen haben, arbeiten wird intensiv daran, die Herstellungskosten, den Stromverbrauch und die Größe des XO-Notebooks schrumpfen zu lassen, sodass er auch für die ärmsten Kinder der Welt verfügbar wird", sagte Nicholas Negroponte. Schon jetzt würde der XO nur ein Zehntel der Energie verbrauchen, die ein Standard-Notebook aus den Industrienationen benötigt. Der XO-2 würde den Strombedarf noch einmal drücken: auf gerade einmal einen Watt. Ein wichtiges Ziel, wenn man bedenke, dass die Energieversorgung in vielen Schwellenländern nicht immer zuverlässig sei.
Kleiner, energiesparender, günstiger: Der XO-2. Bild OLPC
XO wird zum E-Book
Um das zu erreichen, wird der XO-Nachfolger auch an Größe einbüßen. Doch er bekommt nicht nur die Abmaße eines Buches, sondern auch das Aussehen eines solchen verpasst: Der neue XO wird ein E-Book mit zwei berührungsempfindlichen Touchscreens. Vertikal gehalten können die Seiten eines Buches dargstellt werden, in horizontaler Lage gleicht er einem herkömmlichen Laptop, völlig ausgeklappt kann er zudem Funktionen eines Tablet-PCs übernehmen. Je nach Alter und Herkunft der Kinder wird die Sprache und die Größe der simulierten Tastatur angepasst dargestellt werden.
OLPC zeigte sich zuverlässig, dass der angepeilte Preis von 75 US-Dollar zu halten ist: Neue Entwicklungen in der Herstellung von Displays, Prozessoren und anderer Hardware würden dies möglich machen. Spätestens 2010 soll die Auslieferung des XO-2 beginnen.