Die Hersteller von Spielkonsolen meldeten im ersten Halbjahr 2008 bereits gute Verkaufszahlen. Microsoft hat die Xbox 360 in den USA bereits mehr als
zehn Millionen Mal verkauft, der japanische Hersteller Nintendo konnte für 2007 sogar den Verkauf von
18,6 Millionen Wii-Konsolen verzeichnen. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat die beliebtesten Konsolen genauer unter die Lupe genommen und einem Umweltverträglichkeitstest unterzogen.
Gift in Spielekonsolen
Herausgekommen ist bei diesem Test Bedenkliches. Im Report "Playing Dirty" hat Greenpeace die Ergebnisse zusammengefasst. Bei den Spielekonsolen der drei großen Hersteller Nintendo, Microsoft und Sony fanden sich verschiedene gefährliche Chemikalien wie PVC, Weichmacher oder bromierte Flammschutzmittel. Bei der
Xbox 360 und der
PlayStation 3 wurde der Plastik-Weichmacher DEHP festgestellt, der in Kinderspielzeug verboten ist. Die von Greenpeace gefundenen Chemikalien sind unter anderem fortpflanzungsschädigend, schaden Leber und Niere und finden sich in zunehmenden Mengen zum Beispiel in der Muttermilch wieder. "Durch Abrieb oder Ausdünsten gefährden sie unsere Gesundheit und werden auch beim Recycling zum Problem", so Ulrike Kallee, Chemieexpertin von Greenpeace.
Erste gute Ansätze, doch Gefahr durch Elektroschrott
Doch das Wissen zur Herstellung von "grünen" Spielekonsolen ist bei den Unternehmen durchaus vorhanden und werde teils auch umgesetzt. "Die Hersteller haben für unterschiedliche Bauteile wie Platinen oder Gehäuse giftige Substanzen durch ungefährliche Alternativen ersetzt", so Kallee. Die
Nintendo Wii kommt beispielsweise ohne den Gebrauch von Beryllium an den elektronischen Kontakten aus. Der Einsatz von PVC wurde begrenzt.
Greenpeace warnt durch den Boom bei den Spielkonsolen auch vor dem Anwachsen von Elektroschrott. In Europa würden bis zu 75 Prozent davon nicht recycelt, in den USA sogar 80 Prozent. Ein Teil davon würde sich oft auf illegalen Wegen auf afrikanischen Müllkippen wiederfinden. In Asien würden die Geräte teils per Hand auseinandergenommen. Greenpeace fordert daher von den Herstellern die alten Geräte wieder zurückzunehmen.
Zur CeBIT im März hatte Greenpeace bereits Hardware wie Computer und Handys
getestet. Bei manchen Anbietern hatten sich dabei vielversprechende Ansätze gezeigt.