Das US-Unternehmen Google, unter anderem Betreiber der gleichnamigen Suchmaschine, war im April laut Marktforschungsinstitut Millward Brown mit einem Wert von 86 Milliarden US-Dollar weiterhin die
wertvollste Marke der Welt. Der Erfolg von Google liegt auch in der ständigen Weiterentwicklung seiner Online-Services. In den USA wurde nun der neue Google-Dienst
Google Health als Beta gestartet.
Krankenakte im Web
"Dies ist eine von den Nutzern kontrollierte Datenbank, die Google anbietet", sagte Produktmanager Roni Zeiger bei der Vorstellung der Beta-Version von Google Health am Montag in der kalifornischen Google-Zentrale.
Der Service rund um die Gesundheit soll es registrierten Nutzern erlauben ihre Krankenakte auf die Google-Server zu laden und kostenlos online zu verwalten. Alles was dazu benötigt wird ist ein Google Benutzername und ein Passwort. Nach Ansicht von Google müsste ein Patient leichten Zugang zu seinen Krankenakten haben. Das neue Tool erlaubt die Freigabe der Daten für die Abfrage durch Ärzte in Arztpraxen und Krankenhäusern. Google Health soll nach Angaben von Google für weniger Bürokratie sorgen: Formulare müssten nicht mehrfach ausgefüllt werden, Labortests nicht mehrfach durchgeführt werden, weil die letzten Testergebnisse nicht zur Hand sind. Über Google Health können auch Akten, die von Google Health Partnern wie Krankenhäuser und Apotheken über einen Patienten angelegt wurden, in das eigene Google Health Profil importiert und gespeichert werden.
Organizer zur Medikamenteneinnahme

Krankenakte mit Google Health online verwalten.
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Screenshot: onlinekosten.de
Patienten erhalten zudem Informationen über Medikamente, ihre Wirkungsweise sowie ihre Reaktion mit anderen Medikamenten. Jedes Mal wenn neue Medikamente zu dem Profil hinzugefügt werden, prüft Google Health, ob die Medikamente zu einem Problem bei Allergien oder anderen Gesundheitsrisiken werden können. Auch ein Medikamenten-Organizer ist enthalten, der als "virtuelle Pillendose" per SMS an die richtige Einnahmezeit von Medikamenten erinnert. Nutzer des Health Service sollen online eine zweite Meinung zu ihrem Krankheitsprofil einholen können. Die Suche nach Ärzten und Krankenhäusern ermöglicht eine Verknüpfung mit dem Kartendienst
Google Maps.
Daten angeblich sicher
Da es sich bei Krankenakten um sehr persönliche Daten handelt, betont Google, dass besonders auf den Schutz der Daten geachtet wurde. Die persönlichen Informationen würden nie an Dritte verkauft werden oder ohne Einwilligung mit anderen geteilt. Die eigenen medizinischen Daten würden niemals bei einem Suchergebnis der Google-Suchmaschine auftauchen. Laut Nachrichtenagentur Reuters sagte Marissa Mayer, Googles Vizepräsidentin für Suchdienste, dass der stärkste Datenschutz im Einsatz sei, den Google habe aufbauen können.
Dennoch ist nicht auszuschließen, dass der neue Gesundheitsservice Hacker und andere Online-Kriminelle anzieht. Auch mancher Arbeitgeber würde sicherlich gerne einen Einblick in die digitalen Krankenakten seiner Mitarbeiter nehmen. Um wirtschaftlich von dem neuen Angebot profitieren zu können kündigte Google an, anonyme Trenddaten zu nutzen. Denkbar wären etwa Erhebungen wie die Höhe des Prozentsatzes von Diabetikern unter den Nutzern, die sich gegen Grippe impfen lassen. Außerdem soll passend zu Suchergebnissen Werbeanzeigen geliefert werden.
Zu einer Einführung von Google Health in Deutschland liegen noch keine Informationen vor. Microsoft bietet in den USA bereits seit Oktober 2007 den ähnlichen Dienst HealthVault an.