Der Münchener Pay-TV Sender Premiere startet mit einer
Runderneuerung seiner Programmstruktur in den Sommer. Doch nicht nur der Zuschnitt der Programmpakete wird erneuert, auch die Machtverteilung innerhalb des größten deutschen Pay-TV Senders wird derzeit neu geregelt. Der 77-jährige australische Medienmogul Rupert Murdoch hat Gefallen an seinem Engagement bei Premiere gefunden und stockt seine Beteiligung weiter auf.
Kontinuierlicher Aktienzukauf
Die News Corp. von Rupert Murdoch war im Januar 2008 groß bei Premiere eingestiegen und hatte 16,4 Millionen Premiere-Aktien von Unitymedia
übernommen. In den letzten Monaten hatte News Corp. die Premiere-Beteiligung kontinuierlich weiter aufgestockt. Erst Anfang April hatte Murdochs Unternehmen weitere knapp
drei Prozent von Premiere erworben und damit die Beteiligung auf 22,7 Prozent erhöht.
Sperrminorität mit 25,01 Prozent
Mit der nun vollzogenen erneuten Erhöhung der Anteile auf 25,01 Prozent hat sich Murdoch zum größten Einzelaktionär von Premiere aufgeschwungen. Zugleich hält er mit seiner Beteiligung eine Sperrminorität, dass heißt er kann etwa Beschlüsse innerhalb von Premiere verhindern oder beeinflussen. Als Folge seines stärkeren Engagements kündigte Premiere den Ausbau des Aufsichtsrats von drei auf sechs Mitglieder an. Immer wieder wird auch über eine Übernahme der Kontrolle von Premiere durch die News Corp. spekuliert, doch dazu benötigt Murdoch mindestens einen Anteil von 30 Prozent. Bei einem Besitz von mehr als 30 Prozent der Premiere-Anteile müsste er den anderen Aktionären ein Übernahmeangebot
unterbreiten.
Rupert Murdoch wird sein deutsches Engagement jedoch nicht nur auf Premiere beschränken. Ab dem 20. Mai startet sein
Spielfilmkanal FOX auch in Deutschland, zunächst jedoch nur für Abonnenten des Kabelnetzbetreibers
Unitymedia in Nordrhein-Westfalen und Hessen.