Jetzt ist es offiziell: Nachdem gegen Ende vergangener Woche
bekannt wurde, dass sich die Deutsche Bahn dazu entschlossen hatte, ihre verbleibenden Anteile an dem Telekommunikationsunternehmen
Arcor an die britische
Vodafone zu verkaufen, zog nun auch der zweite Hauptanteilseigner, die Deutsche Bank, nach. Der 474 Millionen Euro schwere Deal macht Vodafone zum großen Komplettanbieter für Mobilfunk, Festnetz, Datendienste und
Breitband-Internet.
Zügige Zusammenlegung geplant
"Vodafone und Arcor werden ihre Stärken bündeln und damit die Voraussetzungen für weiteres Wachstum in Deutschland schaffen. Das ist gut für den Wettbewerb, gut für den Standort Deutschland und ein Ergebnis der erfolgreichen Deregulierung im deutschen Telekommunikationsmarkt", sagte Friedrich Joussen, CEO von Vodafone Deutschland und gleichzeitig Vorsitzender des Arcor-Aufsichtsrates, am Montag in Düsseldorf. Die vollständige Übernahme soll schnellstmöglich abgeschlossen werden, um "zeitnah Synergien zwischen beiden Unternehmen zu realisieren". Bereits vor der Übernahme der Anteile sei das Kernnetz von
Vodafone und Arcor zusammengelegt worden: so habe Vodafone bereits seit einiger Zeit Teile der Kundenbetreuung im Auftrag von Arcor abgewickelt.
Unsicherheit in der Arcor-Belegschaft
Joussen dankte den bisherigen Gesellschaftern Deutsche Bahn und Deutsche Bank, ebenso wie den Tarifpartnern und den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat: „Die Übernahmeverhandlungen waren partnerschaftlich, konstruktiv und fair.“ Nicht nur die Verbraucher würden von dem Zusammenschluss profitieren – sondern auch die Mitarbeiter. Die Freude in der Arcor-Belegschaft dürfte sich allerdings in Grenzen halten. Nach Plänen des Unternehmens soll der
Markename Arcor bis 2010 weiter bestehen bleiben. Branchenkenner rechnen mittelfristig mit einer kompletten Zusammenlegung der Unternehmensstrukturen. Auch Arcor-Chef Harald Stöber könnte dann seinen
Posten verlieren.