Gute Nachrichten für den Standort Deutschland: Bis zum Ende des Jahres werden 23 Millionen Haushalte an das
breitbandige Internet angeschlossen sein. Damit haben die Deutschen die Anzahl der schnellen Internet-Anschlüsse seit 2003 rund vervierfacht. Dies geht aus einer neuen Studie des Statistischen Amtes der Europäischen Gemeinschaft (Eurostat) hervor.
Platz acht in Europa
So belegt Deutschland in Sachen Highspeed-Internet mittlerweile Platz acht in Europa, liegt aber weiterhin hinter Großbritannien, Schweden und den Niederlanden, wo 74 von 100 Haushalten über einen Breitbandanschluss verfügen. Dabei ist es kaum überraschend, dass der Großteil der Breitband-Zugänge über DSL abgewickelt wird: 96 Prozent aller Anschlüsse nutzen die Kupferdrahttechnik. Doch auch die Kabelnetzbetreiber verzeichnen seit 2007 einen schnell wachsenden Kundenstamm. Wie der Bundesverband Informationswirtschaft Telekommunikation und Neue Medien (BITKOM) anlässlich der Veröffentlichung der Zahlen berichtet, konnte sich zudem binnen kurzer Zeit eine dritte Zugangsart etablieren. Schnelle Internetverbindungen per Mobilfunk werden dank sinkender Preise für Kunden immer attraktiver. Nach ersten Schätzungen des Vereins waren bereits zum Jahreswechsel mehr als 10 Millionen
UMTS-Anschlüsse geschaltet, bis zum Jahresende soll die Zahl um noch einmal 60 Prozent auf fast 16 Millionen ansteigen.
Breitband in Deutschland: Achter Platz - aber über dem Durchschnitt. Grafik: BITKOM
Rundfunkfrequenzen sollen beim Ausbau helfen
Bei aller Euphorie sollte jedoch auch nicht vergessen werden, dass noch immer rund 800 Kommunen auf die
Satellitentechnik angewiesen sind, um in den Genuss des Breitband-Internets zu kommen. "Wenn wir eine generelle Lösung wollen, mit der ein Großteil der ländlichen Regionen preiswert mit schnellen Internetzugängen versorgt werden kann, brauchen wir zusätzliche Frequenzen", meint BITKOM-Präsident Scheer. Die Forderung ist nicht neu, schon seit langem schlägt der Verein regelmäßig vor,
Rundfunkfrequenzen nun auch für die Breitbandversorgung einzusetzen. Nach BITKOM-Angaben werden dafür Frequenzen unterhalb von einem Gigahertz benötigt. Nur dieser Bereich ermögliche eine kostengünstige Versorgung großer ländlicher Gebiete. Entsprechende Frequenzen seien derzeit ungenutzt, werden aber von den Rundfunksendern reklamiert.