Freitag, 16.05.2008 08:01

Studie: Dramatische Entwicklungen im TK-Markt

aus dem Bereich Sonstiges
Es gibt in Deutschland kaum eine Branche, in der sich Entwicklungen so überschlagen, wie in der Telekommunikation. Unternehmen liefern sich Übernahmeschlachten, eifern um die Einführung neuer Produkte, während zeitgleich der Preiskampf immer rauer wird. Unter vorgehaltener Hand wird sogar von einem "ruinösen Wettbewerb" gesprochen. Glaubt man den Aussagen der Strategieberater von Booz Allen Hamilton, wird dies nicht mehr lange gut gehen. In einer neuen Studie wagen die Analysten einen Blick in die Zukunft – die für einige Telekommunikationsanbieter demnach alles andere als rosig aussehen dürfte.

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Margen schrumpfen weiter

Laut Booz Allen Hamilton wird die derzeit anhaltende Konsolidierung des Marktes sowohl in Deutschland als auch in ganz Europa bis 2012 mächtig an Fahrt gewinnen. Gleichzeitig lassen der wachsende Preisverfall und neue Flatrate-Angebote die Margen um bis zu 25 Prozent schrumpfen. Daran werden auch die steigenden Bandbreiten und damit verbundenen Datenvolumina nichts ändern, so die Analysten. Innerhalb der kommenden Jahre wird sich der Bandbreitenbedarf der Datenübertragung voraussichtlich verzehnfachen und auch das mobile Internet wird "integralen Bestandteil des täglichen Lebens" werden. Bei alldem wünschen die Kunden in verstärktem Maße Festpreise für gebuchte Leistungen.

Drei Big Player bleiben übrig

Um diese Aufgabe zu meistern, werden Unternehmen nicht umhinkommen, die Konsolidierung konsequent fortzuführen, darüber hinaus muss die Effizienz im Zugangsgeschäft deutlich gesteigert werden. Booz Allen Hamilton prophezeiht, dass dies in Deutschland nur drei Telekommunikations-Riesen gelingen wird, die mit flächendeckender, breitbandiger Infrastruktur im Fest- und Mobilfunknetz dann jeweils mindestens 25 Prozent Marktanteil beherrschen. "Durch die Synergien und Skaleneffekte können diese Unternehmen sämtliche Kundensegmente umfassend bedienen und dennoch ihre Fixkosten deutlich verringern. Größenvorteile sind auch bei der Erschließung des wachsenden Geschäfts mit digitalen Diensten und Inhalten wie z.B. Digital-TV, Portale erfolgskritisch", sagt der Sprecher der deutschen Geschäftsführung von Booz Allen Hamilton, Stefan Eikelmann.

Da bald der alte ADSL-Standard mit seinen beengten Bandbreiten der Vergangenheit angehören wird, sollten Telekommunikationsanbieter schon jetzt Vorsorge treffen und vermehrt auf schnelle Kabel-, VDSL- und Glasfaser-Zugänge setzen. Nach Einschätzung der Berater entscheidet sich der Kampf um den ersten Platz in den Städten zwischen schnellen Glasfaser- und Kabelnetzen. "Technische und wirtschaftliche Bedingungen erlauben es nur zwei bis drei Anbietern pro Straßenzug, eine Infrastruktur für mehr als 50 Megabit pro Sekunde anzubieten. 'First Mover' sind auch hier klar im Vorteil", erklärt Eikelmann. Wer einmal Fuß gefasst hätte, wird aller Wahrscheinlichkeit nach in seiner Region auch langfristig dominanter Anbieter bleiben und kann seine Ansprüche im Wettstreit um Breitbandkunden besser abstecken.
André Vatter
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