Michael Börnicke, Chef des größten deutschen Pay-TV-Senders
Premiere hat es in diesen Tagen nicht leicht. Noch immer herrscht Unsicherheit darüber, ob sein Konzern auch über die nächste Saison hinaus die Fußball-Bundesliga übertragen wird. Hinzu kommt reichlich
Ärger mit TV-Piraten, die das Premiere-Programm über gehackte Receiver schauen, ohne dafür zu bezahlen. Und jetzt mussten auch noch ein hoher Verlust sowie ein Rückgang der Kundenzahlen bekannt gegeben werden.
36.200 Kunden verloren
Laut der am Donnerstag vorgestellten Geschäftszahlen für das erste Quartal des laufenden Jahres standen bei Premiere Ende März 4,24 Millionen Kunden unter Vertrag. Davon waren 3,62 Millionen direkt an Premiere gebunden. Weitere 622.000 kommen als ehemalige arena-Kunden hinzu. Zum Vergleich: gegenüber Ende 2007 verlor der Abo-Sender nicht nur 5.600 arena-Kunden, sondern auch 30.600 Direkt-Abonnenten. Insgesamt konnte Premiere im ersten Quartal nur 140.400 neue Kunden gewinnen, während 171.000 Abos gekündigt wurden.
Neben dem Kundenverlust dürften der Premiere-Chefetage auch die Finanzzahlen Kopfschmerzen bereiten. Zwar wurde der Umsatz im Vergleich zum ersten Quartal 2007 um gut zwölf Prozent auf 251,5 Millionen Euro gesteigert, gleichzeitig schnellten aber auch die Kosten um gut 33 Prozent auf 248,6 Millionen Euro in die Höhe. Dies habe hauptsächlich an den
Lizenzgebühren für die Übertragungen der Fußball Bundesliga sowie an Währungskurseffekten gelegen, argumentiert Premiere.