Immer
mehr Menschen rund um den Erdball telefonieren über das Internet. Doch im Boom der günstigen Festnetzalternative
VoIP wurde lange Zeit ein Problem unberücksichtigt gelassen: die Sicherheit des Dienstes. Wie die BBC nun in einem Bericht meldet, warnen Gerätehersteller dringend vor VoIP-Hackern. Mittlerweile würden die gestohlenen Daten von Telefonkonten auf dem Online-Schwarzmarkt mehr Geld bringen als die Nummern von Kreditkarten.
Guter Schwarzmarktpreis
Noch befände sich der Angriff auf die Netztelefonie in den Kinderschuhen, doch glaubt man den Prognosen des VoIP-Austatters Newport Networks, wird er schon bald zu einem unkalkulierbaren Sicherheitsrisiko. Bei jedem Gesprächsaufbau im Internet werden Benutzername und Passwort zwar kodiert mitversendet, seien aber "leicht abfangbar und entschlüsselbar", sagte Dave Gladwin, Produkt-Vizepräsident bei Newport Networks, in dem Bericht. Besorgniserregend sei auch der gestiegene Preis, der für diese Daten im Internet gezahlt wird. Während Kreditkarten-Details für rund zwölf US-Dollar über den virtuellen Ladentisch gehen, sei der Wert von VoIP-Konten mit 17 US-Dollar ungleich höher.
Mehr Sicherheit für 2,50 Euro
Das Problem beträfe in erster Linie Privatnutzer, vor allem jene, die zuhause oder unterwegs über ungeschützte
WLAN-Verbindungen in das Internet gehen. "90 Prozent aller Carrier bieten keinen sicheren VoIP-Dienst an", so Gladwin. Würden sie sich für geschützte Verbindungen entscheiden, kämen pro Kunde etwa 2,50 bis 3,50 Euro zusätzliche Kosten auf den Anbieter zu. "Viele der bisher verfügbaren Programme sind durchaus in der Lage, ausreichend Schutz zu bieten – wenn die Service-Provider ihn nur akzeptieren wollten."
Skype dementiert
Als einer der ersten
VoIP-Anbieter hat Skype auf den Vorwurf reagiert. Anders als viele andere Wettbewerber, setze man auf eine Eingangs- und Ausgangsverschlüsselung. "Es ist egal, ob ich per Drahtlosverbindung ins Netz gehe – es gibt keinen Weg, dass irgendjemand dabei meinen Benutzernamen oder mein Passwort stehlen könnte", zitiert die BBC den Skype-Manager Jonathan Christensen. Dennoch räumt er ein, dass die wachsende Gefahr des Datenklaus – vor allen Dingen "bei Konkurrenten, die weniger robuste Sicherheitsmechanismen verwenden" – verstärkt Beachtung finden sollte.