Die Deutsche Telekom hat ihre Gespräche mit der griechischen Regierung über eine Beteiligung am größten Telekommunikationsanbieter des Landes, der Hellenic Telecom (OTE), am Mittwoch erfolgreich abgeschlossen.
Übernahmepoker beendet
Telekom-Vorstandschef René Obermann sagte, er freue sich auf eine "partnerschaftliche Zusammenarbeit". Es sei eine Gesellschaftervereinbarung getroffen worden, nach der der Bonner Konzern im Einvernehmen mit Athen die Management-Kontrolle bei OTE übernehme. Das griechische interministerielle Privatisierungs-Komitee und der Telekom-Aufsichtsrat hätten der Vereinbarung zugestimmt. Allerdings müsse sie noch von den Wettbewerbsbehörden und vom Parlament in Athen gebilligt werden.
Die Deutsche Telekom hat den mit der Marfin Investment Group (MIG) Mitte März 2008 unter Vorbehalt geschlossenen Vertrag über den Erwerb einer Beteiligung von knapp unter 20 Prozent an der OTE ausgeübt und die Anteile zu 26 Euro je Aktie beziehungsweise zu einem Gesamt-Kaufpreis von rund 2,55 Milliarden Euro erworben.
Im Rahmen der Vereinbarung mit der griechischen Regierung erhöht die
Deutsche Telekom diese Beteiligung auf 25 Prozent plus einer Stimme.
Dazu werden 3 Prozent OTE-Anteile vom griechischen Staat für einen Preis von 29 Euro je Aktie übernommen, entsprechend einem Gesamtvolumen von rund 0,43 Milliarden Euro. Zusätzlich wird die Deutsche Telekom ihre Beteiligung um weitere zwei Prozent durch Erwerb von Aktien am Markt arrondieren. Auf Basis des aktuellen Kurses der OTE-Aktie ergibt sich damit für die Beteiligung von 25 Prozent plus einer Stimme ein Gesamt-Kaufpreis von rund 3,2 Milliarden Euro.
Zusammen halten beide Partner der Gesellschafter-Vereinbarung nach
Umsetzung aller Schritte der Transaktion eine Mehrheit von 50 Prozent
plus 2 Stimmen an der OTE. Der griechische Staat hat der Deutschen Telekom ein allgemeines Vorkaufsrecht über seine Anteile an der OTE eingeräumt.
Hayo Lücke
/ afp