Bereits zum fünften Mal hat das Marktforschungsinstitut IDC im Auftrag der Business Software Alliance (BSA) die Verbreitung unlizensierter
– also raubkopierter – Software untersucht. Die aktuelle Studie umfasst diesmal 108 Länder.
Besserung in Europa
Zuerst die gute Nachricht: Der Anteil von Raubkopien in der Europäischen Union ist von 36 auf 35 Prozent gefallen, der verursachte Schaden sank somit von 8,8 auf 8,5 Milliarden Euro – trotz der EU-Erweiterung um Rumänien und Bulgarien mit einer Raubkopierquote von jeweils 60 bis 69 Prozent. Deutschland konnte sich um einen Prozentpunkt verbessern und landete im weltweiten Vergleich mit 27 Prozent auf dem zwölften Platz. Das ehrlichste Land der Welt – zumindest was die Piraterie angeht – sind die USA mit 20 Prozent, gefolgt von Luxemburg mit 21 Prozent. Platz drei und vier belegen Neuseeland (22 Prozent) und Japan (23 Prozent).
China: Nur jedes fünfte Programm legal
Weltweit gesehen ist der Anteil unlizensierter Software aber förmlich explodiert: Von drei auf 38 Prozent stieg die Raubkopierquote. Der Umsatzausfall hat sich von acht Milliarden US-Dollar auf 48 Milliarden US-Dollar glatt versechsfacht. Der Grund dafür sind laut IDC wachstumsstarke Länder wie Indien oder China, aber auch Brasilien und Russland. Zum Vergleich: Indien hat trotz Verbesserung immer noch mit einer Rate von 69 Prozent zu kämpfen, China erreicht sogar "stolze" 82 Prozentpunkte. Russlands Anteil sank zwar um sieben Prozent, ist aber mit 73 Prozent noch einer der Spitzenreiter.
Lateinamerika konnte seinen Anteil um einen Prozentpunkt auf 65 Prozent verringern. In Afrika und dem Nahen Osten blieb die Quote mit 60 Prozent konstant, laut Studie zeigt das Vorgehen der dortigen Regierungen bereits erste Erfolge
Marcel Petritz