Mit einiger Verspätung hat die ARD, nach den bereits online verfügbaren Angeboten von
ZDF und privaten Programmen, unter
ARDMediathek.de ein eigenes Video- und Audioportal im Internet gestartet.
Zunächst nur Testversion
Die ARD, die mit WDR, NDR, BR und anderen regionalen Fernsehsendern sowie rund 80 Radioprogrammen über ein breites Angebot verfügt, hat die Online-Mediathek zunächst nur als Testversion gestartet. "Eventuell stimmt noch nicht jedes Bild oder aber Sie finden einen falschen Link - das Entwicklerteam von ARD.de arbeitet derzeit daran" werden Nutzer des neuen Audio- und Videoportals schon auf der Startseite vorgewarnt. Einzelne ARD-Sender wie
NDR und
WDR hatten bereits Ende 2007 eigene, regionale Mediatheken ins Netz gestellt.
Audioangebote überwiegen noch

ARD-Mediathek als Testversion.
Zum Vergrößern anklicken.Screenshot: onlinekosten.de
In der ARD-Mediathek finden Internetsurfer unter anderem ARD-Angebote wie die Nachrichtensendung "Tagesschau", Ausschnitte mit einzelnen Berichten aus dem ARD-Morgenmagazin, der Sportsendung "Flutlicht" vom SWR sowie einzelne Serienfolgen von "Marienhof", "Lindenstraße" oder "Sturm der Liebe". Sendungen wie Schmidt & Pocher gibt es nur als "Best of" in Ausschnitten zu sehen. Den Löwenanteil machen aber Audioclips- und Podcastangebote aus, die von den einzelnen Radiosendern bereitgestellt werden. Die Mediathek ist in 18 Rubriken wie Nachrichten, Sport, Musik, Filme & Serien oder Comedy & Satire eingeteilt, dennoch ein wenig unübersichtlich. Die einzelnen Beiträge stehen direkt als Stream zum Anschauen mit dem Flash- oder dem Windows Media Player bereit. Außerdem sind die Sendungen und Clips als Podcast oder als Download erhältlich. Eine Umschaltung auf das Vollbildschirm-Format war nicht bei allen von onlinekosten.de getesteten Sendungen möglich. Da die ARD-Mediathek sich noch in der Testphase befindet, ist zu hoffen, dass noch einiges technisch und inhaltlich nachgebessert wird.
"Das Erste" startet ebenfalls eine Mediathek
In der zeitgleich gestarteten Mediathek "
Das Erste" kann gezielt nur nach Fernsehinhalten gesucht werden. Dort werden Fernsehsendungen teils auch live parallel zur TV-Ausstrahlung gestreamt. Über 50 Fernsehsendungen sollen bereits zur Verfügung stehen. "Die ARD Mediathek macht deutlich, was die ARD als Gemeinschaft für eine moderne Wissensgesellschaft leisten kann. Wir sind froh, den Menschen nun zahlreiche Inhalte zeit- und ortsunabhängig anbieten zu können, so dass sie das Programm, für das sie Gebühren bezahlt haben auch auf den heute üblichen vielfältigen Verbreitungswegen nutzen können" erklärte der ARD Vorsitzende Fritz Raff.
Kritik an öffentlich-rechtlichen Sendern
Die Internetangebote der öffentlich-rechtlichen Sender sind nicht unumstritten. Seit April 2008 sind die Fernseh- und Radioprogramme von ARD und ZDF auch im Internet über den Zattoo Player
empfangbar. Der Ausbau der Webseiten der einzelnen öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten stößt insbesondere bei der privaten Konkurrenz auf Kritik, da diese ihre eigenen Internetangebote durch die gebührenfinanzierten Sender ARD und ZDF bedroht sehen. Am 12. Juni wird sich auch die Ministerpräsidentenkonferenz des Themas annehmen und über den neuen Rundfunkstaatsvertrag abstimmen. Darin soll auch geregelt werden, wie weit die Internetaktivitäten der öffentlich-rechtlichen Sender gehen dürfen.