"Hallo, leider haben Sie vor kurzem beim Kaufen auf
eBay eine Erfahrung gemacht, die nicht Ihren Erwartungen entsprach", heißt es in einer Mitteilung, die in diesen Tagen einige Mitglieder des Auktionshauses erreicht. "Als kleine Aufmerksamkeit überreichen wir Ihnen daher heute einen 10 Euro Einkaufsgutschein." Darunter befindet sich ein Coupon für eine Paypal-Transaktion in genannter Höhe mit Angabe der Gültigkeitsdauer. Ist das Spam? Ein Phishing-Versuch? Oder ein plötzliches Aufflammen von Kundenfreundlichkeit? Die Redaktion erhielt diesbezügliche Anfragen einiger Leser und hat bei eBay einmal nachgehakt.
Trostpflaster für Vielkäufer?
"Es stimmt, eBay ist derzeit damit beschäftigt, eine Reihe von Kulanzleistungen zu testen", sagte eine Sprecherin. Ein Trostpflaster in Höhe von zehn Euro sei für einige Mitglieder vorgesehen, die aufgrund schlechter Erfahrungen in jüngster Zeit eine negative oder neutrale Bewertung abgegeben haben. Jedoch sei diese Form der Kulanz kein Automatismus: Eine Entschädigung erhielten in erster Linie "vielversprechende Käufer", also Mitglieder, die bisher durch erfreulich aktives Kaufverhalten aufgefallen wären. Ziel der "kleinen Anreize" sei es, "möglichst viele Käufer auf der Plattform zu halten – wovon letztlich auch die Verkäufer profitieren." Über weitere Aktionen zur Wiedergutmachung wollte man sich bislang nicht äußern.
Mit Reformen gegen Kundenschwund
Der Marktplatz von eBay zählt heute neben Google zu den
meistbesuchten Seiten im deutschen Internet. Dennoch versucht das Auktionshaus sich mit allerlei Reformvorhaben vor
Sicherheitsmängeln und weiterem Kundenschwund zu wappnen. Anfang Februar kündigte das Unternehmen an, die Abgabe von negativen Bewertungen für Verkäufer
sperren zu wollen, da man fürchtet, dass Käufer aus Angst vor "Rache-Bewertungen" keine warnenden Kommentare mehr abgeben. Amerikanische Nutzer hatten daraufhin zum Streik aufgerufen. Ein wenig später wurde zudem ein
neues Gebührensystem eingeführt, was bei der eBay-Gemeinde zu allerlei Unmut geführt hatte.