Mehrfach angekündigt und mehrfach verschoben – nun wird noch von offizieller Seite davor gewarnt: Die Veröffentlichung des lang ersehnten Service Pack 3 für Windows XP sorgt im Vorfeld für allerlei Chaos. Nachdem Microsoft erst vergangene Woche aufgrund
mangelnder Kompatibilität zu Dynamics Retail Management Systemen (RMS) einen Rückzieher machte, folgt in diesen Tagen ein Einwurf der Entwicklungsabteilung für den Internet Explorer. Bevor man die Aktualisierung des Systems vornimmt, seien dringend einige Punkte zu beachten, heißt es in dem
Blog der Programmierereinheit.
Internet Explorer 6 nicht betroffen
Wie die Microsoft-Mitarbeiterin Jane Maliouta mitteilt, kann das Aufspielen des neuen Service Packs irreversible Folgen für vorhandene Installationen des Internet Explorers haben. Betroffen seien die Versionen 7 und
8 Beta. Wer bisher Windows XP mit dem Service Pack 2 benutzt und mit dem Internet Explorer 6 ins Netz geht, habe nichts zu befürchten: Eine Aktualisierung des Betriebsystem, bei der auch der Browser auf den neusten Stand gebracht wird, würde an den persönlichen Einstellungen und Lesezeichen keine Veränderungen vornehmen, zudem sei auch jederzeit ein Upgrade zu neueren Browser-Versionen möglich.
Internet Explorer 7: Deinstallation unmöglich
Andere Regeln gelten jedoch für Benutzer des Internet Explorers 7. Auch ihnen wird das System die Installation des Service Pack 3 vorschlagen – wenn jedoch der Einladung nachgegangen wird, sollte man wissen, dass eine problemlose Deinstallation des Internet Explorers unmöglich wird. In der Software-Liste innerhalb der Systemsteuerung sei die Funktion zum Entfernen des Browsers deaktiviert. "Diese Einschränkung ist gewollt", schreibt Maliouta. Der Grund dafür liege darin, dass das Service Pack 3 eine neue Version des Internet Explorers 6 enthält, bei der Neuinstallation des Browsers jedoch auf ein zuvor im System gespeichertes Backup zurück gegriffen werde. "Das würde in einem Durcheinander enden, bei dem die meisten Dateien durch das Service Pack auf dem neusten Stand sind – außer jene des Internet Explorers 6, die zuvor gesichert wurden", begründet Maliouta die Einschränkung. Wer nach der Installation des Service Pack auf eine Vorversion des Internet Explorers wechseln möchte, hat demnach keine andere Möglichkeit, als zunächst das Service Pack und dann den Internet Explorer 7 zu deinstallieren. Wurde die 7er-Version nach dem Aufspielen des Service Packs installiert, lässt sich diese hingegen mit wenigen Mausklicks wieder vom System entfernen.
Auch Probleme beim Internet Explorer 8
Seit rund einem Monat ist zudem die erste deutschsprachige
Beta-Version des Internet Explorers 8 verfügbar. Auch nach der Installation des Service Pack 3 kann die Testversion jederzeit installiert und auf Wunsch wieder deinstalliert werden. Bei umgekehrter Reihenfolge, bei der die Beta-Version vor dem Service Pack installiert wurde, sieht sich der Nutzer mit ähnlichen Problemen konfrontiert, wie oben beschrieben. Ein nachträgliches Entfernen des Browsers ist dann nicht mehr möglich. "Da Beta-Software häufiger wieder deinstalliert wird, empfehlen wir jedem dringend, den Internet Explorer 8 Beta vor einer Installation des Service Pack 3 zu entfernen", rät Maliouta. "Installieren Sie den Internet Explorer 8 erst, nachdem das Service Pack 3 auf dem System ist."