Datenklau, Trojaner-Spionage und Passwortmissbrauch – jeden Tag schütteln Millionen von Internetnutzern die Köpfe über die Dreistigkeit der Cyber-Kriminellen. Dennoch wiegen sich viele von ihnen im Gefühl der Sicherheit, fand der Branchen-Verband BITKOM in einer gemeinsamen Umfrage mit Forsa heraus: 57 aller Nutzer finden, dass ihre persönlichen Daten im Internet "sicher" oder "sehr sicher" aufgehoben seien.
"Vertrauensbeweis für das Web"
"Das ist ein beachtlicher Vertrauensbeweis für das Web, aber es ist noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten", sagte am Dienstagmorgen BITKOM-Präsidiumsmitglied Prof. Dieter Kempf in Berlin. Lediglich 32 Prozent der Befragten, also jeder dritte PC-Nutzer, hält seine Daten im Netz für "eher unsicher". Richtige Skepsis halten nur sieben Prozent für angebracht: sie bezeichnen das Internet in Bezug auf ihre privaten Daten als "völlig unsicher". Ob - oder ob nicht - die Informationen dort tatsächlich sicher sind, hinge im Wesentlichen vom Anwender ab, so Kempf: "Wer einige Grundregeln beachtet, kann seine Privatsphäre im Netz wirksam schützen."
Risikofaktor 1: Online-Banking
Jeder Surfausflug sollte von einem sicheren Rechner aus geschehen, das heißt: eine installierte und aktualisierte Firewall, ein Viren-Scanner und ein Betriebssystem, das auf dem neusten Stand ist, sind unabdingliche Voraussetzungen. Erst dann soll man sich heiklen Netzanwendungen, wie dem Online-Banking widmen. Doch auch hier gibt es einiges zu beachten: Der BITKOM warnt vor allem vor
Phishing-Attacken, meist in der Form einer E-Mail, die den Benutzer dazu auffordert, einem Link zu folgen und dort vertrauliche Daten preiszugeben. Gleiches gilt für dubiose E-Mails von Unbekannten – vor allem, wenn eine Datei angehängt ist. Löschen, lautet die Devise. Nutzer, die ihre Bankgeschäfte online erledigen, sollten stets die offizielle Adresse der Bank direkt per Hand eingeben; auch der Aufruf über ein abgelegtes Lesezeichen ist sicher. Wer sich im sensiblen Datenbereich der Kontoverwaltung aufhält, sollte zudem darauf achten, dass die Verbindung zum Bankcomputer verschlüsselt ist, was man an den Buchstaben „https“ in der Web-Adresse erkennt. Nicht selten erscheint gleichzeitig ein Schloss- oder Schlüssel-Symbol im Browser.