Es geht abwärts für Google: Nach dem Abbilden der Erdoberfläche mit den Online-Applikationen
Google Earth und
Google Maps sowie dem Start in den Weltraum mit
Google Sky, folgt nun der nächste Schritt. Nach einem Bericht des Online-Newsmagazins "Cnet", das sich auf interne Quellen bei Google beruft, arbeitet der Suchmaschinenbetreiber an einem Projekt mit dem Arbeitstitel Google Ocean. Dabei soll es unter die Wasseroberfläche der Ozeane gehen.
Weltmeere in 3D
Erstaunlicherweise ist der Weltraum besser erforscht als große Teile der Weltmeere, die rund 70 Prozent der Erde bedecken.
Der Ozeanograph Stephen P. Miller fasst den Wissensstand über die Weltmeere treffend zusammen: "Wir wissen weit mehr über den Mars durch wenige Wochen Radarbeobachtungen als wir in den letzten zwei Jahrhunderten über den Grund des Meeres erfahren haben".
Google möchte nun Licht in die Untiefen der Weltmeere bringen und hat zu diesem Zweck Ende 2007 ein Team aus Ozeanografen zusammengestellt, die die Welt unter Wasser in einem 3D-Atlas kartografieren sollen. Als Add-On zu Google Earth soll die Meereswelt für jedermann kostenlos erforschbar sein. Wie bei anderen Google-Anwendungen wird auch Scrollen und Zoomen möglich sein. Um das benötigte Datenmaterial zu beschaffen ist zunächst ein großer Aufwand mit entsprechenden Investitionen nötig. Nach Expertenschätzungen würden 100 Schiffe etwa ein Jahr benötigen um Sonarbilder des Meeresbodens in hoher Auflösung anzufertigen. Google wird nach Expertenmeinungen aber auch bereits vorhandenes Kartenmaterial von Universitäten und ozeanischen Forschungsinstituten nutzen. Dazu müsste Google diese Daten jedoch zusätzlich auf den eigenen Servern speichern, da etwa die Universität von Columbia durch den erwarteten Zugriff von weltweit Millionen Ocean-Nutzern einen Zusammenbruch der Universitätsserver befürchtet.
Nützliches Tool für die Meeresforschung
Google Ocean zeigt die Weltmeere in 3D.
Bild: Lamont-Doherty Earth Observatory of Columbia University
Google selber gibt zum jetzigen Zeitpunkt laut Cnet noch keine Auskunft zu dem Projekt. Ein Termin für eine Fertigstellung von Google Ocean ist ebenfalls noch nicht bekannt. Ozeanografen erwarten dies mit Ungeduld, denn sie sehen das Online-Tool als sehr nützlich an. Einige Gebiete der Unterwasserkarten sollen mit hochauflösenden Fotos bebildert werden, um mehr Details zeigen zu können. Über eine Basiskartografie sollen sich zusätzliche Layer mit weiteren Informationen etwa über die Positionen von Korallenriffen oder Schiffswracks legen lassen. Google Ocean werde nach Ansicht des Ozeanografen Miller bei der Erforschung der Meere helfen.
Jörg Schamberg