Ein Sprecher von Premiere sprach von "umfassenden Schadensersatzklagen gegen alle beteiligten Personen". Man werde in den Bemühungen nicht nachlassen und solche Straftaten weiterhin konsequent und mit allen juristischen Mitteln verfolgen. "Dabei nutzen wir nicht nur alle Möglichkeiten des Strafrechts aus, sondern werden all jene, die sich damit auf Kosten anderer bereichern wollen, zusätzlich noch mit empfindlichen Schadensersatzansprüchen zur Rechenschaft ziehen", heißt es weiter.
Vermiestes Weihnachtsgeschäft
Nach Angaben des Unternehmens habe die "massenhafte Einführung" der in Asien hergestellten Receiver gravierende Folgen für Premiere. So sei der Zuwachs an Abonnenten im Weihnachtsgeschäft im vergangenen Jahr "stark gebremst" worden. Gleichzeitig sei der Pay-TV-Anbieter gezwungen gewesen, ein Sparpaket in zweistelliger Millionenhöhe aufzulegen, um die Ausfälle zu kompensieren. Letzten Endes wäre es sogar möglich, dass nicht nur die Unternehmensbilanz, sondern auch Arbeitsplätze gefährdet wären, warnte Premiere. Im vierten Quartal 2007 soll der Vertrieb der illegalen Receiver etwa 50.000 Neukunden gekostet haben. Das ganze Thema
"nerve sehr", sagte Premiere-Chef Michael Börnicke seinerzeit in einer Telefonkonferenz gegenüber Journalisten.
Neue Verschlüsselung: Garaus für gehackte Receiver
Schon vor der Einstweiligen Verfügung hatte Premiere auf die neue Bedrohung durch Schwarzseher reagiert und zwei
neue Verschlüsselungssysteme eingeführt. Bis Ende September sollen alle Kunden eine neue Smartcard erhalten und die Receiver auf die neue Sicherheitstechnik umgestellt werden. "Wir haben alle Voraussetzungen geschaffen, um dem kriminell-organisierten Rechte-Diebstahl das Handwerk zu legen. Mit den neuen Verschlüsselungssystemen werden alle illegalen Receiver nicht mehr funktionieren. Wer also so ein Gerät besitzt, macht sich nicht nur strafbar, sondern er hat sein Geld zum Fenster rausgeworfen", betonte der Sprecher.
André Vatter