Montag, 05.05.2008 14:23

Simyo-Chef sieht Service-Provider am Ende

aus dem Bereich Mobilfunk
Der Chef des wohl bekanntesten deutschen Mobilfunk-Discounters lehnt sich weit aus dem Fenster. Rolf Hansen, verantwortlich für das Geschäft der E-Plus-Tochter simyo, sieht wenig Chancen für so genannte Service-Provider, die große Minutenkontingente bei den deutschen Netzbetreibern einkaufen, um daraus eigene Tarife zu schnüren. Indirekt übt er damit auch Kritik an dem Zusammenschluss von freenet und debitel, die zur neuen Nummer drei am Mobilfunkmarkt aufsteigen wollen.

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Service-Provider werden nicht mehr gebraucht

"Die Frage ist, ob dieses Geschäftsmodell bei einem gesättigten Markt noch gebraucht wird und ob es finanzierbar ist", sagte Hansen dem in Berlin erscheinenden "Tagesspiegel". "So schnell wie die Margen sinken, können die klassischen Service-Provider gar keine Kosten abbauen." Die große Stärke der Service-Provider, die persönliche Betreuung vor Ort, sei eine Leistung, die immer weniger gefragt sei, da sich die Leute verstärkt im Internet informierten.

Darin liege auch eine Chance für den Mobilfunk-Discount. "Ende dieses Jahres werden deutlich mehr als zehn Millionen Kunden bei den reinen Mobilfunkdiscountern sein", prognostiziert Hansen und rechnet weiter: "Bis zum Jahr 2012 ist ein Marktanteil von 25 Prozent drin." Weitere Preissenkungen seien aber kaum zu erwarten. Eine Schlussfolgerung, die bei einem Blick auf die aktuellen Terminierungsentgelte logisch erscheint. Bei Minutenpreisen von bis zu 8,5 Cent ist - zumindest vorerst - ein Ende des Preisverfalls erreicht.

Hohe Marketingkosten

Gerade deswegen werden die großen Billiganbieter viel Geld in die Hand nehmen, um auf ihre Produkte aufmerksam zu machen. Während simyo nur noch im Internet werbe, "versuchen T-Mobile und o2 massiv Marktanteile zu kaufen", wird Hansen zitiert. Demnach habe simyo im ersten Quartal des laufenden Jahres 1,5 Millionen Euro brutto für Werbung ausgegeben, während bei Fonic und congstar 7,2 Millionen beziehungsweise 9,1 Millionen Euro investiert wurden. Congstar sei aber weit davon entfernt, den angestrebten Umsatz von einer Milliarde Euro im Jahr 2010 zu erreichen.
Hayo Lücke
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