Analysten begrüßten den Microsoft-Rückzieher: "Das war eine kluge Entscheidung von Microsoft", sagte IT-Analyst Rob Enderle: "Yahoos Aktienkurs wird am Montag in den Keller fallen". Nach seiner Einschätzung hatten die Aktien des schwächelnden Web-Portals in den vergangenen Wochen von den Microsoft-Offerten profitiert. Enderles Kollege Van Baker glaubt ebenfalls an einen Kurssturz für Yahoo: Microsoft könne jetzt ruhig abwarten, während der Wert der Aktie verfalle und die Yahoo-Spitze den Zorn der Anteilseigner auf sich ziehe. Dann könne Microsoft sein Übernahmeangebot erneuern - möglicherweise zu einem niedrigeren Preis.
Kostenlose Web-Programme belasten Microsoft
Google wird dieses Jahr nach Schätzung der Marktforscher von eMarketer mehr als 30 Prozent der Umsätze in diesem Geschäft kassieren, Yahoo 14 Prozent und Microsoft knapp sieben. Internetwerbung wird für Microsoft immer wichtiger, da kostenlose werbefinanzierte Internetsoftware den Programmen des Konzerns aus Redmond zunehmend Konkurrenz macht.
Microsoft hatte Yahoo ursprünglich eine Frist bis zum 26. April gesetzt, um das Übernahme-Angebot zu akzeptieren. Yahoo hatte die Frist jedoch ohne Reaktion verstreichen lassen. Zuvor hatte die Konzernspitze immer wieder betont, das Ursprungsangebot in Höhe von knapp 45 Milliarden Dollar sei zu niedrig. Yahoo machte im vergangenen Jahr 660 Millionen Dollar Gewinn, Microsoft verdiente unterdessen 14,07 Milliarden Dollar.
Hayo Lücke
/ afp