Die Verhandlungen zwischen Microsoft und Yahoo gehen weiter: Nachdem sich Yahoo stur gegen eine
Übernahme gestellt hat und sogar Google mit ins Boot
holte, verschärft sich der Ton jetzt zusehends. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, ließen Insider-Kreise durchsickern, dass Microsoft wahrscheinlich bereits am kommenden Freitag eine feindliche Übernahme ankündigen wird.
Yahoo nicht nötig
Gegenüber dem Wall Street Journal gab Microsoft-Chef Steve Ballmer an, auch ohne Yahoo ein wettbewerbsfähiges Geschäft mit Online-Werbung etablieren zu können. "Es könnte nur etwas länger dauern", verlautete Ballmer. Darüber hinaus äußerte er vor Angestellten, nur den in seinen Augen angemessenen Preis für Yahoo zu bezahlen – ein kleiner Seitenhieb, denn zuvor hatte Yahoo das Übernahmeangebot als zu niedrig bezeichnet. Um Yahoo doch noch zu überzeugen, hat Microsoft eine Erhöhung des Angebotes von 31 auf 33 US-Dollar vorgeschlagen. Diverse Großaktionäre und die Yahoo-Führungsetage fordern jedoch zwischen 35 und 37 US-Dollar, wohlwissend, dass der Software-Gigant gehörig unter Druck steht, um seine Wettbewerbsposition gegenüber Google zu verbessern: Laut einer Marktforschungsanalyse von eMarketer konnte sich Google mehr als 30 Prozent der gesamten Geschäftsumsätze einstreichen, Yahoo immerhin 14 Prozent. Microsoft landete abgeschlagen mit knapp sieben Prozent auf dem dritten Platz.
Schluss mit lustig
Zum Ende fahren die Redmonder noch einmal schwere Geschütze auf: Wie Ballmer sagte, gibt es drei Optionen: "Es gibt den freundlichen Deal, es gibt den unfreundlichen Deal und die dritte Möglichkeit ist, sie einfach stehen zulassen". Mit anderen Worten: Sollte die Führungsspitze von Yahoo nicht zu Gunsten Microsofts entscheiden, droht eine feindliche Übernahme.
Wie das Pokerspiel der Konzerne letztendlich ausgeht, bleibt abzuwarten: Yahoo sucht bereits nach anderen Möglichkeiten, um der Übernahme zu entgehen. Beispielsweise ist eine weitere Zusammenarbeit mit Google im Bereich der Suchanzeigen geplant – ob das Ganze legal ist, muss aber erst noch von der Wettbewerbsaufsicht geprüft werden.