Mittwoch, 30.04.2008 14:31

Assassin's Creed: Nichts ist wahr, alles ist erlaubt

aus dem Bereich Computer
So zieht Altair also stehlend und mordend durch die Gassen, rettet nebenbei Bürger oder schützt Freunde vor Attentaten. Die Charaktere, allen voran der Held selbst, sind liebevoll gezeichnet – nicht nur in grafischer Hinsicht. Es macht riesigen Spaß, den Dialogen zu lauschen und dem Assassinen dabei zuzusehen, wie er über Hausdächer rennt, behände an Fassaden hochklettert oder seine Feinde vernichtet. Die ganze Atmosphäre des Spiels ist sehr gelungen, die Straßenszenen wirken realistisch. Altair schiebt sich meist vorsichtig durch die Menschenmengen, die das Stadtbild beleben, geht er gröber vor, reagieren die Passanten empfindlich auf die Störung. Spätestens wenn Altair einen Turm erklimmt, um in der Adlerperspektive die Stadt von oben zu erkunden, wird der Spieler gern auch einen Moment länger verweilen, einfach um die Aussicht zu genießen. Die historischen Anlehnungen an die Geschichte des dritten Kreuzzugs und die Legenden über die Assassinen erwecken den Eindruck, in einem Historiendrama à la Hollywood mitzuwirken.

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Fazit: brilliant, aber etwas mager

Soviel Lob braucht jedoch auch ein Aber: So schön die Grafik und Steuerung des Spiels gestaltet sind und so rund die erzählte Geschichte ist, es fehlt dennoch etwas. Auch in der PC-Version haben es die Entwickler nicht ganz geschafft, für genug Abwechslung zu sorgen. Die Aufträge gestalten sich immer wieder recht ähnlich und es gibt kaum Lösungsalternativen. Spieler, die sich mit großer Begeisterung beispielsweise der Gothic-Spielreihe widmeten, werden ihre Entdeckungstouren und kleinen Nebentätigkeiten schmerzlich vermissen. Statt dass sie die toll gestalteten Städte durchstöbern und Aufträge jenseits des roten Spielfadens annehmen können, folgen Spieler eigentlich nur der Hauptmission mit ihren Zusatzaufgaben. Das degradiert leider die beeindruckende Grafik der Stadt zur hübsch gestalteten Kulisse ohne großen Nährwert.

Dennoch: Assassin's Creed ist richtungsweisend, vor allem die phantasievolle Geschichte, ausgefeilten Charaktere und detailreiche Umgebung wirken mitreißend. Anders als beispielsweise Gothic 3, fällt das Spiel außerdem durch seine "runde Programmierung" auf: Es gibt – bis auf die Soundprobleme – keine nennenswert großen Fehler und das Spiel hält sich dank automatischer Patch-Funktion selbst auf dem neuesten Stand. Alles zusammengenommen lohnt es sich, die Bekanntschaft mit Altair, dem Meisterassassinen, zu machen – so mancher hofft wohl bereits auf einen zweiten Teil, der dann auch mehr Abwechslung bringt.

Assassin's Creed Director's Cut
Publisher: Ubisoft Montreal
URL: assassinscreed.de.ubi.com
Betriebssysteme: Windows XP/Vista
Preis: 49,95 Euro (Ubisoft Onlineshop)
Systemanforderungen
  • Dual Core Prozessor 2.6 GHz Intel Pentium D oder AMD Athlon 64 X2 3800+ (Intel Core 2 Duo 2.2 GHz oder AMD Athlon 64 X2 4400+)
  • 1 GB RAM Windows XP / 2 GB Windows Vista
  • 256 MB DirectX 10.0- oder DirectX 9.0-fähige Grafikkarte mit Shader Model 3.0 oder höher
  • DVD-ROM Dual-Layer Laufwerk
  • Windows XP/Windows Vista
  • 8 GB freier Festplattenspeicher
  • DirectX 9.0 oder 10.0-kompatible Soundkarte (5.1 Soundkarte empfohlen)
  • Pro & Contra
    spannende Geschichte
    große, detailreiche Spielwelt
    realitätsnahe Grafik
    intelligentes Gameplay
    übersichtliches Menü und Karte
    lebendige Charaktere
    tolle Synchronisation
    gelegentliche Soundfehler
    kaum Interaktion mit Umgebung
    wenig Abwechslung bei Missionen
    keine Nebenhandlung
    sich wiederholender Missionsablauf
    Benotung
    Spielspaß (40%): gut
    Grafik (30%): sehr gut
    Sound (20%): befriedigend
    Steuerung (10%): sehr gut
    Preis-Leistung: gut
    Gesamtnote gut (1,8)
    Aleksandra Leon
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