Grell blendendes Licht, ein klinisch weißer Raum: Ihr findet Euch auf einem Stahltisch wieder, der unangenehm nach OP-Tisch aussieht. Plötzlich machen sich eigenwillige Bildstörungen bemerkbar, und aus dem weißen Nichts Eures Unterbewusstseins tauchen die Konturen eines Menschen auf. Der Mann, der Euch da den Rücken zukehrt, trägt ein weißes Gewand, seine tief in die Stirn gezogene Kapuze lässt kaum das Gesicht erkennen. Obwohl seine Augen nicht zu sehen sind, scheint sein Blick das Gegenüber zu durchbohren: Wir dürfen vorstellen, Altair (gesprochen: Alta-ir), seines Zeichens Euer Vorfahr und Assassine zur Zeit des dritten Kreuzzugs, der im Jahr 1191 nach Christus das Heilige Land in Brand setzte. Er ist der Hauptdarsteller in
Assassin's Creed, dem neuen Blockbuster aus der Spieleschmiede von Ubisoft Montreal. Die Redaktion von onlinekosten.de konnte die Director's Cut Edition für PC ausgiebig testen.
"Director's Cut" für PC
Während die Versionen für
Playstation 3 und
Xbox 360 bereits im
November 2007 auf den Markt kamen, mussten sich PC-Spieler bis Anfang April gedulden. Erst dann kamen auch sie in den Genuss des hoch gelobten Actionspektakels, das in Grafik und Gameplay als geradezu richtungsweisend gefeiert wird. Fürs lange Warten werden sie mit einer "ungekürzten" Variante entlohnt: Assassins's Creed in der Director's Cut Edition verfügt, im Gegensatz zu den Konsolenspielen, über vier neue Nachforschungsarten, eine verbesserte KI (Künstliche Intelligenz) und zwei neue Komfortfunktionen. So zählt zu den neuen Herausforderungen der PC-Version nun auch, eine Wegstrecke über die Dächer der Stadt in vorgegebener Zeit zurückzulegen, einen Freund auf seinem Weg vor Angriffen zu schützen, heimlich Bogenschützen auszuschalten und in wenigen Minuten Marktstände zu zerstören. Die neuen Komfortfunktionen ermöglichen zudem den Teleport in die Städte und zu den Verbindungsbüros der Assassinen.
Ausreichend "PS" gefordert


Altair als Passant und in Action, zum Vergrößern bitte anklicken. Screenshots: onlinekosten.de
Aber kommen wir zunächst zu den Spielanforderungen: Die sind nämlich, wie bei grafisch anspruchsvollen Spielen üblich, ziemlich hoch. Laut Ubisoft sollte der Rechner mit einem schnellen Dual Core Prozessor ausgestattet sein. Unser Test-PC mit Windows XP, Single Core Prozessor und guter Grafikkarte bot aber bereits genug "Binär-PS", um das Spiel mit geringen Einschränkungen bei höchster Auflösung flüssig zu spielen. Lediglich beim Sound gab es einige Probleme, die jedoch nicht mit mangelnder Rechenpower zusammenhingen. Vor allem in Kampfszenen klangen Waffengeräusche und Musik verzerrt und ruckelnd. Auch die Patches, die sich das Spiel automatisch herunter lädt, haben daran nur geringfügig etwas ändern können. Alles in allem tut dies dem Spielspaß aber keinen Abbruch – und der ist tatsächlich in vielerlei Hinsicht wegweisend, auch wenn einige Kritikpunkte auch bei der PC-Version nicht ausgemerzt werden konnten.