In Zeiten steigender Energiepreise ist das Angebot ganz besonders verlockend: die Aussicht auf den Gewinn einer dreijährigen, kostenlosen Stromlieferung. Mit diesem Versprechen machte in den letzten Wochen ein gerissener Telefon-Spammer ordentlich Kasse. Nichtsahnende Verbraucher wurden angerufen, angeblich – so erfuhr das erstaunte Opfer – direkt vom zuständigen Energielieferanten. Der Kunde wird gebeten, eine 0137-Nummer zu wählen, um dort zur Gewinnermittlung die Nummer seines Stromzählers über die Tastatur einzugeben. Je häufiger er anrufe, desto höher seien die Chancen auf den Gewinn des Elektro-Jackpot. Doch nun ist die Bundesnetzagentur eingeschritten.
"Wirtschaftlich unattraktiv" gemacht
Wie die Regulierer heute in Bonn mitteilten, habe man die Abschaltung aller betroffenen 0137-Nummern mit dem Verweis auf Rufnummern-Spam angeordnet. Auch die Rechnungslegung und Inkassierung für die Verbindungen seien untersagt worden, sodass sich geprellte Verbraucher nicht länger vor einer erhöhten Telefonrechnung fürchten müssen. Mit der Trockenlegung des "Geschäftsmodells" des Spammer geht die Bundesnetzagentur neue Wege: "Dies ist der effektivste Weg, diese Form der missbräuchlichen Nummernutzung wirtschaftlich unattraktiv zu machen und damit schließlich Spam einzudämmen", erklärte ihr Präsident, Matthias Kurth.
Folgende Rufnummern wurden gesperrt:
- 0137-770-8030
- 0137-770-8050
- 0137-770-8060
- 0137-710-7102
- 0137-710-7104
- 0137-710-7105
- 0137-799-6020
Wer dem Spammer in der Vergangenheit ins Netz gegangen ist und eine dieser Rufnummern gewählt hat, kann sich in Kürze über den genauen Zeitraum
informieren, für den die Regulierer das Berechnungsverbot ausgesprochen haben. Darüber hinaus ruft die Bundesnetzagentur alle Betroffenen auf, sich telefonisch unter +49 (291) 9955-206 oder per E-Mail (
rufnummernmissbrauch@bnetza.de) an die Behörde zu wenden.
André Vatter