Die weltweit erfolgreiche Online-Community
Facebook, die Anfang März mit einer deutschen Portalseite an den Start ging, kann in Deutschland nur schleppend neue Nutzer gewinnen. Dies ist das Ergebnis einer Erhebung des Marktforschungsunternehmens Nielsen Online für das erste Quartal 2008, über die jetzt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtete.
StudiVZ weiter ungeschlagen
Der deutsche Platzhirsch unter den sozialen Netzwerken,
StudiVZ, liegt mit rund sechs Millionen Besuchern im ersten Quartal weit vor der Konkurrenz. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum konnten immerhin 18,9 Prozent mehr Besucher auf die Seiten der zum Holtzbrinck-Konzern gehörenden Community gelockt werden. Das amerikanische
MySpace-Netzwerk kämpft dagegen mit einem Verlust von Besuchern: 8,9 Prozent weniger Besucher als noch Anfang 2007 fanden den Weg auf die MySpace-Seiten. Dies sind absolut aber immerhin noch 4,7 Millionen Internetsurfer.
Deutsches Facebook bildet das Schlusslicht
Das deutsche Facebook-Portal bildet dagegen mit lediglich 1,2 Millionen Besuchern im ersten Quartal das unrühmliche Schlusslicht. Zwar konnte die Besucherzahl in Jahresfrist um 25,6 Prozent gesteigert werden, doch dies ist zu wenig, um zu einer wirklichen Konkurrenz für StudiVZ & Co. zu werden. Weltweit läuft es für Facebook erheblich besser. Im März konnte Facebook in den USA 24,9 Millionen Besucher verzeichnen, 98 Prozent mehr als im Vorjahr. In Deutschland konnte Nielsen für den Monat März keine konkreten Zahlen für Facebook angeben, da die Nutzerzahlen zu gering seien, um exakte Hochrechnungen zu ermöglichen. Der späte Start in Deutschland mag ein Grund für die Facebook-Schwäche sein. Internetsurfer, die bereits Mitglied in einer Community sind, lassen sich nur schwer zu einem Wechsel in ein anderes Netzwerk motivieren. Der gesamte Freundeskreis müsste dann ebenfalls wechseln. Überraschend erfolgreich zeigte sich die deutsche Online-Community
Wer-kennt-wen, an dem auch der Fernsehsender RTL beteiligt ist. Mit 2,7 Millionen Besuchern und einem Wachstum von 83,5 Prozent liegt das Netzwerk direkt hinter schuelerVZ auf dem vierten Platz.
Soziale Netzwerke bergen Risiken für Kinder
Insgesamt scheint der Gipfel des Wachstums bei den sozialen Netzwerken erreicht. Die Verweildauer auf den Community-Seiten sinkt, teils auch begründet durch Mehrfachanmeldungen in verschiedenen Communitys. Die Zeit, die Internetsurfer für den Besuch von Freundschaftsnetzwerken aufbringen, verteilt sich auf mehrere Wettbewerber. An Beliebtheit gewinnen die Online-Netzwerke jedoch bei Kindern, die oft unbedarft Informationen über die eigene Person im Netzwerk preisgeben. Erste Initiativen fordern bereits die Bildungsminister von Bund und Ländern auf auch in den Schulen über die
Gefahren solcher Netzwerke zu informieren. Sexuelle Online-Übergriffe auf Kinder seien gerade in den Internetcommunitys an der Tagesordnung. Die Schulen sollten für Aufklärung und Prävention sorgen, fordert auch die Wirtschaftsinitiative "no abuse in internet" (naiin).