Trotz zahlreicher
Billiganbieter und praktisch ausgereizter Profitgrenzen aufgrund der festgelegten
Terminierungsentgelte möchte
E-Plus in die Preis- und Marken-Offensive gehen. Das kündigte E-Plus-Chef Thorsten Dirks in einem Interview mit der "Rheinischen Post" an.
Günstigeres Daten-Roaming
Insbesondere das Geschäft mit
mobilen Datentarifen wolle E-Plus führend vorantreiben. Vor den Sommerferien will der Düsseldorfer Konzern zum Beispiel die Preise für den mobilen Datenverkehr im Ausland senken. In ausgewählten Netzen zehn europäischer Länder wie in Österreich, Italien oder Großbritannien wird es dann möglich sein, für 50 Cent pro übertragenem Megabyte im Internet zu surfen. Das macht unter anderem die E-Mail-Kommunikation im Ausland deutlich attraktiver und ist auch eine gute Nachricht für Freunde von Instant Messaging-Programmen. Zumindest solange Dienste wie
MSN und
ICQ von den örtlichen Netzbetreibern nicht blockiert werden.
"Künftig kommt es neben Preisen auch darauf an, dem Kunden weitere einfach bedienbare Services auf entsprechenden Endgeräten anzubieten, die ihn seine Flatrate auch nutzen lassen. Insbesondere beim
mobilen Internet", sagte Dirks der Zeitung.
Keine Bedenken bei Freenet-Fusion
Mit Vorsicht sei die durch das Bundeskartellamt noch zu genehmigende
Fusion zwischen freenet und debitel zu genießen. "Wenn sich zwei Kranke ins Bett legen, wird daraus noch lange kein Gesunder", so Dirks. Das neue Großunternehmen müsse festlegen, wie es künftig sein Geld verdienen wolle. "Dass freenet uns an Kundenzahlen überholt hat, ist mir völlig egal. Wir sind seit mehr als zwei Jahren der einzige Mobilfunkanbieter in Deutschland, der bei Umsatz und Profitabilität wächst. Das ist das Entscheidende."
Am Montag hatte E-Plus neue Quartalszahlen vorgelegt. Demnach konnten neue Kunden insbesondere durch die zahlreichen Zweitmarken
gewonnen werden.