Die File-Sharing Plattform
Napster hatte im Jahr 2000 einen erbitterten Gegner: die US-Rockband Metallica fuhr im Kampf um illegale Downloads von Titeln der Band scharfe juristische Geschütze auf. Metallica forderte damals die Blockierung von 335.000 Napster-Usern, die Metallica-Songs heruntergeladen hatten. Ein jahrelanger Rechtsstreit folgte, der Napster schließlich dazu verpflichtete eine
Filtersoftware zu installieren, die jedoch wenig effektiv war.
Neue Vertriebsmodelle
Nun scheint Metallica den Kampf gegen Musikpiraterie aufgegeben zu haben. In einem Interview mit dem US-Magazin "Rolling Stones" erklärte Lars Ulrich, der Schlagzeuger der Band, dass Metallica neue Wege im Umgang mit File-Sharern einschlage. Neue Vertriebsmöglichkeiten und Geschäftsmodelle sollen angedacht werden. Ulich könnte sich einen ähnlichen Weg vorstellen, den bereits die Bands Radiohead und Nine Inch Nails beschritten haben. Diese Gruppen hatten ihre Alben
kostenlos im Internet zum Download angeboten. "Wir haben das Vorgehen von Radiohead und Nine Inch Nails ganz genau beobachtet. In 27 Jahren oder wann immer auch unsere nächste Platte fertig sein wird, werden wir alle Möglichkeiten des Internets in unser Geschäftsmodell miteinbeziehen", bemerkt Ulrich zu den Überlegungen der Band. Noch 2003 hatte Metallica Apple den Verkauf von Metallica-Alben über das Internet
untersagt.
Von der Entwicklung überrollt
In den letzten acht Jahren hätte sich die Auffassung der Band zu File-Sharing grundlegend geändert. Seien alle Metallica-Mitglieder damals noch überzeugt, dass die Musiker die Rahmenbedingungen für den Umgang mit ihrer Musik festlegen sollten, so seien sie in den letzten Jahren von der Entwicklung überrollt worden. "Als wir für die Rechte des Künstlers plädierten, war plötzlich die Hölle los und wir konnten der weiteren Entwicklung nur noch tatenlos zuschauen", versucht Ulrich den Umschwung zu erklären. Doch auch der Umstand, dass Metallica nur noch bis zum Erscheinen des nächsten Albums vertraglich an das Musiklabel Warner Music gebunden ist, könnte mit zu dem Strategiewechsel beigetragen haben.