Montag, 28.04.2008 19:46

Wird Nokia für Bochum "abgestraft"?

aus dem Bereich Mobilfunk
Erhält Nokia die Quittung für die geplante Werksschließung in Bochum? Das Image des einstigen deutschen Marktführers scheint hierzulande jedenfalls stark angekratzt. Wie das Wirtschaftsblatt "Euro am Sonntag" mitteilt, sank der Marktanteil der Finnen im ersten Quartal 2008 gegenüber dem Schlussquartal 2007 um vier Prozent. Im dritten und vierten Quartal 2007 hatten die Finnen bereits drei Prozentpunkte abgegeben.

Derzeit liegt Nokias Marktanteil bei 37 Prozent, so das Magazin. Als Quelle werden Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) genannt, die als größtes deutsches Marktforschungsinstitut gilt und mit ihren Daten 80 Prozent des deutschen Marktes erfasst.

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"Duell" der Skandinavier

Grund sei unter anderem der Druck durch den massiven Wettbewerb, insbesondere durch ein weiteres skandinavisches Konkurrenzunternehmen: Sony Ericsson betreibt massiven Preiskampf, raunt man in Branchenkreisen. Die Schweden haben sich quasi parallel zur Nokia-Flaute hochgearbeitet und ihren deutschen Marktanteil seit dem zweiten Quartal 2007 von 17 auf 26 Prozent ausgebaut. Die "Süddeutsche Zeitung" macht die Unstimmigkeiten zwischen T-Mobile und Nokia als weiteren Hemmschuh aus. Als Warnschuss für die Pläne der Finnen, verstärkt als Inhalte-Anbieter aufzutreten, drohte der Mobilfunk-Marktführer damit, einige Nokia-Handys nicht ins Angebot zu nehmen.

Kein Freikauf durch Stiftung

Als Hauptursache gilt jedoch das Aus für das Nokia-Werk in Bochum mit seinen 2300 Beschäftigten. Massive Proteste hatten im Januar die unerwartete Ankündigung eines Teilumzugs nach Rumänien begleitet. Was in Deutschland als Skandal galt, ließ die Gemüter weltweit offenbar relativ kalt: 2007 hatte der Konzern seinen Vorsprung auf dem Mobilfunkmarkt auf 37,8 Prozent und hielt im ersten Quartal 2008 nach eigenen Angaben 39 Prozent.

Unterdessen geht das Tauziehen zwischen dem Handyhersteller und der nordrhein-westfälischen Landesregierung um die Erstattung der Subventionen für das Bochumer Werk unverdrossen weiter. Die Verhandlungspartner bezeichnen den Verlauf laut "Netzeitung.de" als konstruktiv. Berichte des Magazins "Focus", wonach eine Einigung erzielt sein soll, seien jedoch zurückgewiesen worden. Das Münchner Magazin hatte berichtet, dass Nokia statt der Subventions-Rückzahlung in Höhe von 61 Millionen Euro knapp die Hälfte des Betrages in eine Stiftung mit dem Namen "Growth for Bochum" (Wachstum für Bochum) zahlt.
Dorothee Monreal
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 Die Macht des Verbrauchers (6 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von Gandalfina am 09.05.2008 um 10:11 Uhr
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